FAQ: Smartphones und Bluetooth im Auto

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Ich habe mein altes Handy zugunsten eines Smartphones in den Ruhestand versetzt. Wie kann ich mit dem neuen Smartphone die Telefoniefunktionen im Auto nutzen und die darauf eingespielte Musik wiedergeben?

Für beide Anwendungsbereiche bringen Smartphones die Nahfunktechnik Bluetooth mit. Musik senden sie in Stereoqualität zum Autoradio. Eine laufende Musikübertragung unterbrechen sie während der Telefonate automatisch.

Als Gegenstellen kommen bei der Telefonie tragbare Headsets, Freisprecheinrichtungen und im Auto eingebaute Telefonanlagen infrage. Headsets und Freisprecheinrichtungen zum nachträglichen Einbau gibt es beide für deutlich unter 100 Euro. Die Preise für Autoradios mit Bluetooth starten ebenfalls unter 100 Euro. Fest eingebaute Telefonanlagen kombinieren die Hersteller häufig mit anderen Komponenten wie Navigationssystemen oder Multifunktionslenkrädern, sodass dafür die Preise erst bei mehreren hundert Euro beginnen. Für den aktuellen VW Golf etwa kostet das rund 900 Euro.

Worin unterscheiden sich Headsets, Freisprecheinrichtungen und Autotelefonanlagen?

Am einfachsten lassen sich Headsets für die freihändige Telefonie nutzen, weil sie lediglich am Ohr angebracht werden müssen. Sie bieten nur die Grundfunktionen zur Telefonie, also Annehmen und Beenden des Gesprächs, Wahlwiederholung und Sprachsteuerung zur Wahl aus dem Telefonbuch des Handys. Trotz starker Miniaturisierung wiegen die Headsets aber immer noch zehn Gramm und mehr, sodass man sie ungern bei längeren Autofahrten nutzt.

Das Sony MEX-BT 2800 gehört zu den Autoradios, die Bluetooth bereits an Bord haben. Zur Ausstattung gehören eine Freisprechanlage mit Mikrofon und Bluetooth-Audiostreaming.

Freisprecheinrichtungen zum Nachrüsten entlasten die Ohrmuscheln von tragenden Aufgaben und bringen neben Mikro und Lautsprecher auch ein Display mit, welches die Rufnummer oder den Namen des Gesprächspartners im Sichtfeld des Fahrers anzeigt. Weil sie über das Bordnetz versorgt werden, müssen sie nicht wie Headsets nach wenigen Stunden zum Aufladen des Akkus an die Steckdose. Nachteilig ist freilich, dass alle Insassen komplette Gespräche mitbekommen, während mit Headsets eine gewisse Privatsphäre noch gewahrt bleibt.

Im Auto fest eingebaute Freisprecheinrichtungen haben die gleichen Merkmale wie nachgerĂĽstete, mit dem Unterschied, dass sie die Musikwiedergabe des Autoradios automatisch fĂĽr die Dauer von Telefonaten abschalten.

Daneben gibt es im Auto fest eingebaute Telefonanlagen mit Bluetooth, die einen eigenen Mobilfunkteil und eine externe Antenne haben. Um sich mit dem Mobilfunknetz zu verbinden, nutzen sie ĂĽber Bluetooth die im Smartphone eingesetzte SIM-Karte; man muss Letztere also nicht fĂĽr die Autofahrt aus dem Smartphone herausnehmen. Ăśber die externe Antenne darf die Telefonanlage anders als Handys nicht nur mit bis zu 0,8 Watt, sondern mit maximal 2 Watt senden, sodass sie weit entfernte Basisstationen besser erreicht als ein aus dem Fahrzeuginneren sendendes Mobiltelefon. Zudem ist die Strahlenbelastung im Innern des Autos geringer als bei einem Handy, das mit voller Leistung aus dem Auto heraus sendet.

Mein Smartphone spricht zwar mit Headsets und Freisprecheinrichtungen, mit Autotelefonanlagen aber nicht. Eigentlich soll es auch Musik senden können, das klappt aber mit meinem Autoradio auch nicht. Wieso?

Welche Geräte miteinander zusammenspielen, richtet sich nach den unterstützten Bluetooth-Profilen. Das sind unter anderem Befehlssätze für verschiedene Anwendungsszenarien. Headsets und Freisprecheinrichtungen müssen nur wenige Befehle verstehen, weil sie lediglich die Sprache übertragen und die Verbindung steuern sollen. Die für diese beiden Geräteklassen gebräuchlichen Profile heißen Headset Profile und HandsFree Profile (HS und HFP).

Damit eine Bluetooth-fähige Autotelefonanlage auf die SIM-Karte im Smartphone zugreifen kann, müssen beide das SIM Access Profile implementiert haben, welches aber nicht alle Smartphones mitbringen.

Anders als bei der Bluetooth-Telefonie, die Mono-Audio-Signale befördert, sendet Bluetooth Musik als komprimierte Stereo-Audio-Signale (ähnlich MP3). Dafür müssen beide, das Autoradio und das Smartphone mit dem Advanced Audio Distribution Profile ausgerüstet sein (A2DP).

Können über Bluetooth vermittelte Telefonate von Dritten abgehört werden?

Das ist bei unzureichend konstruierten Gegenstellen möglich und in der Vergangenheit auch schon bei diversen Headsets und Freisprecheinrichtungen demonstriert worden. Unter den aktuellen Geräten sind uns keine unsicheren bekannt, die Authentifizierungs- und Verschlüsselungsmechanismen gelten als zuverlässig.

Mein Autoradio hat gar kein Bluetooth an Bord. Wie kann ich darüber trotzdem Musik vom Smartphone hören?

Manche ab Werk eingebauten Autoradios lassen sich mit Bluetooth-Empfängern aufrüsten. Dafür muss in der Regel die Konsole geöffnet werden, was aufwendig ist. Die Preise ohne Installation beginnen bei rund 100 Euro.

Einfacher geht das per Audio-Kabel oder über UKW; manche Smartphones haben einen eingebauten UKW-Sender. Solche UKW-Sender gibt es auch als separate Adapter, die wiederum per Audio-Kabel am Kopfhörerausgang des Smartphones angeschlossen werden, und solche, die die Musik vom Smartphone drahtlos per Bluetooth über A2DP empfangen. Der Preis für beide Adapterarten liegt unter 100 Euro. (dz)