ThemenmolekĂĽl: Mad Scientists und DNS-Verwicklungen
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Heute unter anderem mit codiertem Kaffee und viktorianischen Objektträgern.
- Peter Glaser
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Heute unter anderem mit codiertem Kaffee und viktorianischen Objektträgern.
Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informations-Atome, die sich im Lauf der Zeit zu Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen. Diesmal unter anderem mit codiertem Kaffee, dem Science Nerd Depot und viktorianischen Objektträgern.
Die Hitze! Hier erstmal zum Ausgleich bei diesen das Gehirn ins Unwissenschaftliche hin erweichenden Sommertemperaturen: Suprafluides Helium, eine ziemlich coole Sache.
Sie haben... was? Eine kühne Theorie über das Aussterben der Saurier aus dem vergnüglich irreführenden Blog Fake Science – eine erstklassige Ressource, "when the facts are too confusing."
Mad Scientists: Victor von Frankenstein war zwar das Inbild des verrĂĽckten Wissenschaftlers im 19. Jahrhundert, aber er hatte einiges an Konkurrenz. Der Bibliothekar und Groschenromanhistoriker Jess Nevins beschreibt in einem Essay die bizarre und gruselige Historie der bemerkenswertesten Mad Scientist des industriellen Zeitalters, beginnend mit Dr. Coppelius aus E.T.A. Hoffmanns Horrorklassiker "Der Sandmann" von 1817.
FĂĽr Freunde des Mad Scientists-Wesens: Es gibt auch einen Flickr-Fotopool zum Thema, fĂĽr Menschen, die etwas "fĂĽr zweifelhafte wissenschaftliche Experimente" ĂĽbrig hat.
Jörg Kantel, Betreiber des Blogs Schockwellenreiter, hat einen eindrucksvollen Entwurf für ein Web des Wissens vorgelegt. Ein Facebook für Forscher und Vordenker schwebt ihm vor, aber "um den Austausch von Informationen voranzubringen, muss sich die Wissenschaft vom starren Mantel der Institute lösen. Die Wissenschaft im Netz ist dezentral und Open Source... Daher sind ein dezentrales Netz, Open Access, Offene Protokolle und Open Source die Bausteine für ein zukünftiges Web des Wissens, ein Web des Wissens, das den Namen "Netz" auch verdient."
C8H10N4O2: Originelle Anregung fĂĽr ermunterungsbedĂĽrftige Verkehrsteilnehmer: Koffein, in die Autonummer codiert.
Wurst und Wissenschaft: Ernsthafte, aufklärerisch gesonnene Männer ermitteln mit verschiedenen wissenschaftlichen Methoden Einzelheiten der Wursthaftigkeit der Welt.
Kleines DNS-Kompilat: Als erstes eine hĂĽbsche und nĂĽtzliche illustrierte Anleitung, wie man zu Hause seine DNS extrahieren kann.
Dann das DNS-BĂĽcherregal "MyDNA" mit dem stilecht unvermeidlichen Drall, ein elegantes Remake einer schlichten, unverdrehten Regalform von Joel Escalona.
Hier eine exzellente computergrafische Visualisierung der DNA-Aufwicklung, von Replikation, Transkription und Translation, wie sie in Echtzeit zu jeder Sekunde in unserem Körper stattfindet. Die Animation von Drew Berry vom Walter und Eliza Hall Institute of Medical Research in Melbourne basiert auf wissenschaftlichen Daten und erzählt auf außergewöhnliche Weise die Prozesse in biologisch aktiven Nanosystemen.
Hier eine kleine, feine Kollektion von Flickr-Fotopools, die sich den ästhetischen Seiten der Wissenschaft verschrieben haben. Als erstes Science in pictures mit Fotos "von Phänomenen und Beobachtungen wissenschaftlicher Natur im Alltagsleben, von chemischen Reaktionen und Wissenschaftskunst", um nur einige zu nennen. Dann das Science Nerd Depot, in dem man sich dem fotografisch vermittelten Zusammenschluss der Wissenschaften verschrieben hat, in der Absicht, demnächst die Weltherrschaft anzutreten. Gefolgt von Science In Action, einem Ort für Wissenschaftler in Aktion – bei der Arbeit im Labor, im Feld, im Klassenzimmer und so weiter. Laboratorien, Apparate und Experimente haben hier ein Zuhause.
Beautiful Specimens: Über Objektträger weiß die Wikipedia, es habe sich dabei "ursprünglich um einen Schieber aus Elfenbein oder Knochen mit zwischen Scheibchen aus durchsichtigem Glimmer untergebrachten Proben gehandelt. Die waren im viktorianischen England beliebt, ehe die Royal Microscopical Society standardisierte Objektträger in Form einer dünnen Glasscheibe einführte, um Objekte für die Untersuchung unter dem Mikroskop zu halten. Hier eine Sammlung antiker Objektträger, einige mit eleganten und wunderschönen Artefakten. (bsc)