Neue Prinzen in der Scheibenwelt

Der japanische Elektronikkonzert hat heute eine Neuauflage seiner Blu-ray-Recorder angekündigt. Die 2011er-Modelle DMR-BST800EG (schwarz) und DMR-BST700EG/701EG (schwarz oder silber) sollen im Juli erhältlich sein.

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Der japanische Elektronikkonzert Panasonic hat eine Neuauflage seiner Blu-ray-Recorder angekündigt. Die 2011er-Modelle DMR-BST800EG (schwarz) und DMR-BST700EG/701EG (schwarz oder silber) sollen im Juli erhältlich sein.

Panasonics Blu-ray-Recorder sind vollwertige Satelliten-Festplatten-Receiver mit Doppeltuner, die dem Nutzer die Möglichkeit bietet, HDTV-Mitschnitte auf Disc zu brennen. Daher tragen die Geräte nach Willen des Herstellers künftig auch die Bezeichnung "HDTV Receiver und Blu-ray Festplattenrecorder". Wie bei den Vorgängern sind DVB-S2-Doppeltuner und Festplatten eingebaut, Letztere mit 500 (DMR-BST800EG) beziehungsweise 320 GByte (DMR-BST700EG/701EG) Kapazität. Auch zwei CI-Plus-zertifizierte Common Interfaces für Abo-TV-Module sind wieder an Bord; diese befinden sich nun aber auf der Frontseite.

Der DMR-BST800EG hat eine 500-GByte-Festplatte, zwei HDMI-Ausgänge, einen eingebauten WLAN-Adapter, einen Pure-Audio-Modus (Tonübertragung über HDMI ohne Videosignal) und eine Röhrenklang-Simulation.

(Bild: Panasonic)

Neu ist die Unterstützung von stereoskopischen 3D-Blu-rays und -TV-Sendungen; die Tiefenwirkung lässt sich dabei über einen sogenannten 3D Effect Controller nach persönlichen Vorlieben einstellen. Dank direkter Aufnahme des TV-Datenstroms ("Direct Recording") bleiben etwaig mitgesendete 3D-Flags zur automatischen Umschaltung des angeschlossenen 3D-Fernsehers erhalten. Der eingebaute Videochip kann 2D-Inhalte auf auf 3D umrechnen. Dies klappt nicht bei Live-TV, aber im Timeshift-Modus. Bei Anschluss einer optionalen Kamera von Panasonic verwandeln sich die Recorder im Zusammenspiel mit dem TV in Skype-Videotelefone, die sogar eine Video-Anrufbeantworterfunktion besitzen. Wie bei Panasonics DVD-Playern mit Skype-Funktion muss die Videobotschaft an die Anrufer auf einer SD-Karte gespeichert werden; dass sich hierfür die Festplatte des Recorders nicht nutzen lässt, sorgte bei der Präsentation für Verwunderung. Zudem muss man weiterhin mit dem Online-Portal "Viera Cast" vorlieb nehmen und bekommt noch nicht die überarbeitet Fassung "Viera Connect", die Panasonic im Februar ankündigte.

Noch einige Worte zu CI-Plus: In Zusammenarbeit mit einem passenden Modul nehmen die Recorder auch HD+- und Sky-Sendungen auf. Da die hinter diesen Plattformen stehenden Anbieter jedoch einen dauerhaften Mitschnitt untersagen, ermöglichen die Geräte bei diesen Sendungen lediglich eine Timeshift-Funktion. Konkret bedeutet dies, dass sich eine mittels CI-Plus-Moduls samt Smartcard empfangene HD+- oder Sky-Sendung nur 90 Minuten nach ihrem Start von Beginn an schauen lässt. Diese Einschränkung greift natürlich nicht, wenn der Nutzer ein Alphacrypt-Modul (für Sky) beziehungsweise ein programmierbares CAM einsetzt. In diesem Fall wird er sich auch darüber freuen, dass die Recorder mehrere verschlüsselte Sendungen parallel aufnehmen können und auch ohne gesteckte Karte angefertige Aufnahmen nachträglich entschlüsseln können.

Weiterhin wurden die DLNA-Fähigkeiten der Recorder verbessert. So können die Recorder nun nicht mehr nur als Server, sondern auch als Clients dienen. Die Formatunterstützung umfasst bei DLNA allerdings nur die Mindestvoraussetzungen der Norm; die Wiedergabe von HD-Videos im MKV-Container bleibt hier außen vor. Die Neulinge sollen MKVs von Blu-ray Disc, DVD, CD und USB-Sticks aber durchaus abspielen können. Gegenüber den Vorgängermodellen kann die Wiedergabe über das Netzwerk schon während der Aufzeichnung gestartet werden. Der DMR-BST800EG ist ab Juli zum Listenpreis von rund 950, der DMR-BST700EG/701EG für 750 Euro erhältlich. Daneben wird Panasonic mit dem DMR-XS400EG ab Juli für rund 550 Euro auch wieder eine Kombination aus HDTV-Festplatten-Receiver (mit 320 GByte großer Harddisk) und DVD-Recorder anbieten. Wie die neuen Blu-ray-Modelle bietet er unter anderem verbesserte DLNA-Fähigkeiten und MKV-Wiedergabe von bestimmten Medien, skypen lässt sich mit dem Gerät jedoch nicht.

Auf Nachfrage erklärte Panasonic, dass das Unternehmen auch weiterhin keine reinen Receiver beziehungsweise Festplatten-Receiver ohne Disc-Brennfunktion anbieten wird, wie man sie beispielsweise von Dream, Humax, Kathrein oder TechniSat kennt. Der Grund hierfür sei, dass nach Erhebungen rund 70 Prozent der Anwender weiterhin auf eine Archivierungsmöglichkeit Wert legen. Auch die neuen Modelle können nicht direkt auf Disc aufnehmen; nun ist es jedoch möglich, bereits bei der Timerprogrammierung die Wandlung von Direct-Recording-Aufnahmen in ein komprimiertes Zielformat festzulegen. Diese geschieht dann im Standby, danach wird die ursprüngliche Aufnahme gelöscht. Wer das Quellmaterial – beispielsweise für weitere Kopien in unterschiedlichen Qualitäten – behalten möchte, muss die Wandlung manuell anstoßen. (nij)