Gläubiger erwirken einstweilige Verfügung gegen Primacom

Die Kreditgeber erwirken eine einstweilige Verfügung gegen den Kabelnetzbetreiber, um den Verkauf von Primacoms Tochtergesellschaft Mulitkabel ohne deren Genehmigung zu verhindern.

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  • Torge Löding

Der hochverschuldete Kabelnetzbetreiber Primacom hat Probleme mit seinen Kreditgebern. Diese -- das Finanzinstitut JP Morgan und ein Konsortium aus Apollo, Blackstone, Pequot und Goldentree -- melden, eine einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen in London erwirkt zu haben, um den Verkauf von Primacoms Tochtergesellschaft Mulitkabel ohne deren Genehmigung zu verhindern.

"Wir haben Kenntnis davon, dass ein Multikabel betreffendes Verkaufsverfahren läuft. Die von Primacom gezeigte grundlegende Missachtung ihrer rechtlichen Verpflichtungen im Rahmen der Kreditvereinbarung und das, was wir derzeit im Markt erfahren, führen dazu, dass wir uns über das Vorhaben von Primacom ernsthafte Sorgen machen müssen. Die Kreditgeber haben eine gerichtliche Verfügung erwirkt, um die Einhaltung der Vorschriften der Vertragsdokumente, welche den Verkauf von Sachwerten ohne das Einverständnis der Gläubiger verbieten, zu gewährleisten", heißt es in der Mitteilung. Vertreter von Primacom waren bislang zu keiner Stellungnahme gegenüber heise online bereit.

Die börsennotierte Primacom AG hat als privater Kabelnetzbetreiber nach eigenen Angaben mehr als fünf Prozent Marktanteil in Deutschland und den Niederlanden. Ihre Kunden haben Zugang zu mehr als 100 TV- und Radioprogrammen, zu Video on Demand und zu schnellen Internet-Diensten. Primacom verfügt eigenen Angaben zufolge über rund 2 Millionen anschließbare Haushalte und versorgt 1,3 Millionen Kunden. (tol)