Nitridische Halbleiter für die Optoelektronik
600 Forscher aus aller Welt treffen sich in Bremen, um über die Zukunft nitridischer Halbleiter zu beraten, die in Leucht- und Laserdioden benutzt werden.
Nitridische Halbleiter wie Galliumnitrid revolutionieren seit 10 Jahren die optoelektronischen Bauelemente. Weiße Leuchtdioden sind mittlerweile industrielle Massenprodukte und werden schon in Leuchten eingebaut, die sich jeder im Fachhandel kaufen kann. Blaue Laserdioden ermöglichen beispielsweise mit der Blu-Ray-Disk hochkapazitive DVD-Laufwerke für Datenmengen bis zu 23 Gigabyte. Neu in der Entwicklung sind ultraviolette Laser- und Leuchtdioden.
Die Grundlagenforschung ist Sache der Festkörperphysiker, die sich alle zwei Jahre zur "International Conference on Nitride Semiconductors" treffen. Diese Konferenz findet jetzt zum sechsten Male statt und dauert noch bis zum 2. September.
Insgesamt liegen der Konferenz 603 Beiträge und Poster vor, in denen namhafte Pioniere der nitridischen Halbleiter zu Wort kommen. Professor Shuji Nakamura von der University of California, Santa Barbara, entwickelte einst für Nichia den Prototyp der blauen Laserdiode, die Licht mit einer Wellenlänge von 405 nm erzeugt. Diese blaue Laserdiode wurde zum industriellen Erfolg und Sony baut sie in seine Geräte für die Blue Ray Disk ein. Auf der Konferenz hielt Professor Nakamura den Eröffnungsvortrag: "Future Prospecs of Solid State Lighting".
Leucht- und Laserdioden schicken sich an, das Leuchtmittel der Zukunft zu sein: Rote Leuchtdioden in PKW-Bremslichtern, grüne Leuchtdioden in Verkehrsampeln und weiße Leuchtdioden als energiesparende Lichtspender für die allgemeine Beleuchtung. Kein Wunder, dass hier ein Weltmarkt im Entstehen ist, der hart umkämpft wird. Entsprechend sieht die Liste der Sponsoren aus: Nichia, Osram und Sony sind selbstverständlich mit dabei.
Siehe dazu auch Technology Review aktuell:
(Holger Bruns) / (jr)