Wincor Nixdorf setzt auf Automatisierung
Erstmals habe mit der HSH Nordbank eine deutsche Landesbank den Betrieb ihrer Rechenzentren an die Wincor Nixdorf Portavis GmbH übertragen, erklärte der designierte Vorstandschef von Wincor Nixdorf.
Der weltweit drittgrößte Geldautomaten- und Kassensystemhersteller Wincor Nixdorf setzt immer stärker auf den Trend zur Automatisierung in Bankfilialen und Supermärkten. Dazu zählen beispielsweise Geldannahme in Banken und Selbstscannerkassen im Handel. "Das ist ein relativ großer Zukunftsmarkt", sagte der designierte Vorstandschef und derzeitige Vorstandsvize sowie Finanzchef der Wincor Nixdorf AG, Eckard Heidloff. Derzeit sei der Markt noch klein, aber der Handel sei bereit zu Investitionen, sagte Heidloff Wachstum in dem Segment in den kommenden zwei Jahren voraus.
Erstmals habe mit der HSH Nordbank (Hamburg) eine deutsche Landesbank den Betrieb ihrer Rechenzentren an die Wincor Nixdorf Portavis GmbH ĂĽbertragen, sagte Heidloff weiter. Die Gesellschaft, an der zudem die Sparkasse Bremen und die Hamburger Sparkasse beteiligt sind, habe den Betrieb der mehr als 5000 PC-Arbeitsplatzrechner und der Rechenzentren der HSH Nordbank zum 1. Dezember ĂĽbernommen. Zu den finanziellen Details wurde nichts bekannt.
Das Unternehmen bestätigte nach einem Rekordgeschäftsjahr 2005/06 (30. September) seine Prognosen für 2006/07. Gelungen sei der Start ins erste Quartal, sagte Heidloff. "Die Werke sind mehr als ausgelastet, es wird keine Enttäuschung geben." Für 2006/07 geht Heidloff weiter von einem Umsatzplus von 6 Prozent auf 2,064 Milliarden Euro aus, der operative Gewinn (EBITA) solle um 8 Prozent auf 174 Millionen Euro zulegen, der Überschuss werde deutlich stärker wachsen. "Natürlich kämpfen wir darum, besser zu sein." Nach Heidloffs Angaben wächst der weltweite Markt im Geschäft mit Handel und Banken um 4 bis 8 Prozent.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte der Konzern seine mehrfach angehobenen Prognosen übertroffen. Nach den Worten des scheidenden Vorstandschefs Karl-Heinz Stiller war das Unternehmen in dem Zeitraum in allen Regionen gewachsen, erstmals seit Jahren auch in Deutschland um 11 Prozent. Mit Leergutrücknahmesystemen setzte Wincor Nixdorf im vergangenen Jahr europaweit mehr als 80 Millionen Euro um.
Wie im November angekündigt, übergibt Stiller auf eigenen Wunsch Ende Januar sein Amt an seinen bisherigen Vize. Die Hauptversammlung soll ihn in den Aufsichtsrat wählen, wo er für den Vorsitz kandidieren wird. Außerdem will Wincor Nixdorf die Ausschüttung an seine Aktionäre von 2,10 auf 2,80 Euro je Aktie erhöhen. Die Aktie notierte am frühen Nachmittag an der Frankfurter Börse bei 109,95 Euro, ein Plus von 1,91 Prozent. (dpa) / (jk)