"Gläserner" Porsche soll Entwicklung von Fahrzeugelektroniksystemen beschleunigen

Der Sportwagenhersteller hat auf Basis des Geländewagens Cayenne ein rollendes Test-Labor konzipiert, das Ingenieuren freien Zugriff auf Elektronikkomponenten auch im realen Fahrbetrieb erlaubt.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Beim "gläsernen" Cayenne sind nahezu alle Elektromotoren, Kabelstränge, Sensoren und Steuergeräte sichtbar, überprüfbar oder austauschbar. [Klicken für Großansicht]

Der Sportwagenhersteller Porsche hat eigenen Angaben zufolge ein "weltweit einzigartiges rollendes Labor" zur Entwicklung neuer Fahrzeugelektroniksysteme konzipiert: Damit elektronische Funktionen und Komponenten in neuen Porsche-Modellen künftig deutlich früher als bislang im realen Fahrbetrieb erprobt werden können, wurden Karosserieteile -- Türen, Hauben und Kotflügel -- eines Exemplars des Geländewagens Cayenne großflächig ausgeschnitten, sodass die Ingenieure nun fast alle elektrischen und elektronischen Verbraucher, Kabelstränge und Verbindungen unmittelbar sehen, prüfen und austauschen können.

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Dem "gläsernen" Geländewagen fehlen bis auf den Fahrersitz zudem die komplette Innenverkleidung, Sitze und Armaturentafel, sodass auch die innen montierten Elektronikbauteile frei zugänglich sind. Neue elektronische Funktionen mit den dazugehörigen Sensoren und Aktoren ließen sich nun ohne großen Aufwand für jedes beliebige Modell direkt im Wagen nachbilden, heißt es bei Porsche, einschließlich ihres Zusammenspiels mit dem Gesamtsystem. Sei eine Systemerprobung unter realen Bedingungen bisher frühestens mit dem Bau der ersten Prototypen möglich gewesen, könne durch das rollende Labor jetzt rund zwölf Monate früher mit der Prüfung der kompletten Bordelektronik neuer Modellgenerationen begonnen werden.

Auf der ab 17. September für das Publikum geöffneten Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt zeigt Porsche unter anderem den neuen Cayman S, ein auf der Boxster-Reihe basierendes Mittelmotor-Sportwagen-Coupé, das seine Insassen in 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h katapultiert. Themen der größten Autoshow der Welt werden neben 120 Fahrzeugpremieren vor allem Hybridantriebe (Verbrennungs- plus Elektromotoren), neue Fahrerassistenzsysteme sowie LED-Scheinwerfer sein. Erstmals präsentieren sich in Frankfurt auch drei chinesische Autobauer. Einen ausführlichen Vorbericht zur IAA 2005 bringt c't in der kommenden Ausgabe 19/05, die ab 5. September im Zeitschriftenhandel erhältlich ist. (pmz)