Panasonic: Deutschland als "Herz der High-Definition-Revolution"
Auf seiner IFA-Eröffnungsrede präsentierte Panasonic-Manager Fumio Ohtsubo ein 65-Zoll-Plasma-Display und einen HD-Camcorder, der auf SD-Memory-Cards speichert, machte ansonsten aber eher wenig konkrete Aussagen.
Angekündigt worden war eine IFA-Eröffnungsrede zum Thema "The High Definition Future Of Europe". Tatsächlich ging Panasonic-Manager Fumio Ohtsubo nur kurz auf dieses Thema ein. Deutschland stelle das Herz der europäischen High-Definition-Revolution dar, die mit der WM 2006 ihren ersten großen Höhepunkt erreichen werde -- am liebsten mit einem Finalspiel Deutschland gegen Japan. Auch auf den angekündigten Start von Premiere HD verwies Ohtsubo und ließ dabei das Logo des Senders einblenden. Auf die Nennung des HD-Sportkanals "Premiere Philips HD Sport" verzichtete er hingegen.
Für das richtige HD-Erlebnis benötigt man natürlich auch das richtige Display. Laut Ohtsubo seien Fernsehgeräte lange Zeit nur "Toaster with Pictures" gewesen, nun würde das Fernseherlebnis umso tiefer werden, je dünner der Bildschirm werde. Ideales Sichtgerät für die HD-Fans seien daher Panasonic-Plasmas, von denen man künftig im neuen Werk in Japan nicht nur 4,8 Millionen, sondern sogar 5 Millionen pro Jahr produzieren. Und das neue Spitzenmodell hatte der Manager auch im Gepäck: Ein 65-Zoll-Display für die Darstellung von Vollbildern im HD-Format 1920 × 1080 Pixel.
Als Präsident der Panasonic AVC Network Company, der Netzwerk-Abteilung von Panasonic, legte Ohtsubo den Schwerpunkt seiner Rede auf das kommende Home-Entertainment-Netzwerk AVC. Konkret präsentiert wurde davon aber lediglich eine Fernbedienung von der Größe eines Taschenbuches, die man auf dem Wohnzimmertisch platziert und mit der man durch Menüs zu navigiert. Der eigentliche AVC-Server, der seit einigen Jahren -- in immer wieder leicht abgewandelter Form -- auf der CES und der IFA präsentiert wurde, blieb im Verborgenen. Lediglich das bereits bekannte Motto "no extra wires" wurde noch einmal genannt, wobei WLAN für Panasonic offenbar endgültig nur noch auf dem dritten Platz hinter Powerline und Koaxkabel (bereits im Wohnraum verlegte TV-Antennenkabel) liegt.
Dafür präsentierte Herr Ohtsubo eine ganze Reihe von Ideen, die im kommenden Panasonic-Netzwerk umgesetzt werden sollen: So will man dem Kunden beispielsweise eine Funktion bieten, über die sich ein in einer TV-Serie gespieltes Lied sofort erwerben lässt. Ebenfalls sollen AVC-Nutzer einen Video-Chat mit bis zu drei anderen AVC-Anwendern geboten bekommen; doch auch über entsprechend ausgestattete Mobiltelefone soll man an der Videokonferenz teilnehmen können. Weitere Bestandteile den Netzwerks umfassen Heimautomation und Sicherheitssysteme -- wobei im letzteren Fall beispielsweise automatisch Aufnahmen von Personen gemacht werden sollen, die an der (überwachten) Hautür klingeln.
Dazu, wann das AVC-System tatsächlich auf den Markt kommen soll, äußerte sich der Panasonic-Manager nicht. Tatsächlich setzt man für die jüngere Zukunft offenbar eher auf ein "Turnschuh-Netzwerk", in dem beispielsweise MPEG-4-Videos via SD-Speicherkarte (mit bis zu 4 GByte Speicherkapazität) von DVD-Recorder zu TV-Gerät oder Auto-Navigationssystem trägt. Auch dort will man aber den Schritt zu HD vollführen -- mit einem auf der IFA präsentierte Camcorder, der auf SD-Cards speichert. Mehr Details zu diesem und anderen kommenden Panasonic-Produkten dürfte es aber auf der noch folgenden IFA-Pressekonferenz des Unternehmens geben. Panasonic präsentiert sich auf der IFA in Halle 5.2 am Stand 103. (nij)