Speicher: steigende Stückzahlen – sinkende Umsätze

Die HEKs für Speicher fallen weiter. Die Nachfrage bezeichnen Experten zwar als stabil, aber auf eher niedrigem Niveau. Aus Stückzahlensicht kann der Handel mit dem ersten Halbjahr zufrieden sein. Der Preisverfall drückt aber den Umsatz.

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Von
  • Karl Fröhlich

Der HEK für DDR3-RAM verliert im 4-Wochen-Rückblick bis zu 20 Prozent.

Bisher steht der Speichermarkt 2011 klar im Zeichen von DDR3-RAM. Nach einem zögerlichen Hin und Her hat sich die Technik nun weitgehend durchgesetzt und als neuer Speicherstandard etabliert. "In Bezug auf DDR2-RAM haben wir beobachtet, dass diese Produkte nur noch bei Upgrades eine Rolle spielen", sagt Florian Gerken, Senior Manager Components bei Ingram Micro Distribution.

Insgesamt betrachtet sind die meisten Speicheranbieter mit dem Geschäft im ersten Halbjahr zufrieden. Der Einbruch im zweiten Quartal lastet allerdings bei dem einen oder anderen schwerer und trübt das Resümee. Auch ist die Steigerung der abgesetzten Stückzahlen nur die halbe Wahrheit: "Aufgrund des bislang starken Preisverfalls in diesem Jahr, ist die Umsatzentwicklung doch deutlich zurückgegangen", erklärt Christian Marhöfer, Geschäftsführer bei Kingston Technology. "Sehr positiv hat sich hingegen der Markt für Server- und Gaming-Module entwickelt."

"Aktuell gut gefragt sind DDR3-1333-Speicher mit zwei und vier GByte – ECC und Non-ECC – sowie DDR2-Bausteine mit einem und zwei GByte", erläutert Hormoz Vardeh, BU Manager Storage bei Actebis Peacock. "Die Nachfrage hat zuletzt wieder leicht angezogen." Der HEK entwickelt sich weiter nach unten. Seit der KW 23 Anfang Juni sind DDR3-1333-Module um bis zu 20 Prozent günstiger geworden. Diese Entwicklung begründet sich vor allem durch die Kaufzurückhaltung in den letzten Wochen und der deswegen aufgelaufenen Überproduktion.

Kingston-Manager Marhöfer sieht es ähnlich: "Die Nachfrage hat im zweiten Quartal erwartungsgemäß etwas nachgelassen, lag aber über dem Q2 des Vorjahres. Die Verfügbarkeit ist derzeit kein Problem. Nach den zum Teil heftigen Preissenkungen in den vergangenen Wochen besteht weiterhin eine Unsicherheit am Markt. Einen Grund für den Preisdruck sehen wir im derzeitigen Nachfrageeinbruch bei PCs und Laptops, der wiederum für eine geringere Nachfrage nach Speichern bei den Computer-Herstellern sorgt."

In der KW 27 beträgt der durchschnittliche Angebotspreis für Arbeitsspeicher im Onlinehandel laut heise resale Preisradar 38,55 Euro. Im Vergleich zur KW 23 liegt der VK damit um knapp vier Prozent höher. Momentan befindet sich der durchschnittliche Preis in einem stetigen auf und ab. Am meisten gesucht ist weiterhin das Teamgroup-Kit Elite DIMM Kit 8GB PC3-10667U mit acht GByte, gefolgt vom Kingston-SO-DIMM ValueRAM PC3-10667S und dem 8-GByte-Kit Corsair XMS3 PC3-10667U

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Bei der Preisbeobachtung unterstützten uns:

Actebis Peacock
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ecom GmbH
Ingram Micro GmbH

In punkto Verfügbarkeit wird sich im Verlauf des Juli nicht viel ändern. Daher kann der Handel von weiter sinkenden HEKs ausgehen. "Eine zuverlässige Prognose ist derzeit jedoch schwer möglich", sagt Kingston-Manager Marhöfer. "Wir gehen weiterhin von leicht sinkenden Preisen für Juli aus: Der Markt kann sich allerdings im Laufe des Sommers auch rasch drehen, sobald die übliche stärkere Nachfrage zur zweiten Jahreshälfte einsetzt. Daher sollte der Handel die Preise weiterhin sehr sorgfältig beobachten. Andererseits bietet das derzeitige niedrige Preisniveau eine gute Gelegenheit zum Upselling höherer Kapazitäten." (map)