IT-Projekt Herkules der Bundeswehr: Neues Angebot erwartet
Laut eines Zeitungsberichtes will das TIS-Konsortium aus Siemens, T-Systems und IBM Anfang Februar ein modifiziertes Angebot vorlegen. Sinkende Preise für Hardware und die Schließung von Kasernen könnten die Verhandlungen voranbringen.
FĂĽr das IT-Projekt Herkules der Bundeswehr wolle das TIS-Konsortium aus Siemens, T-Systems und IBM Anfang Februar der Bundeswehr ein neues Angebot vorlegen. Dies meldet das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe -- unter Berufung auf "Kreise der Unternehmen wie der Politik".
Gegenüber heise online erklärte ein Sprecher von T-Systems, das bestehende Angebot des TIS-Konsortiums werde überarbeitet und im "Lauf des Februar" eingereicht. Ähnlich äußerte sich laut Medienberichten ein Pressesprecher der Siemens Business Services (SBS).
Ursprünglich war das TIS-Konsortium im Vergabeverfahren nur Zweitplatzierter hinter dem Konsortium ISIC 21. Anfang Juli 2004 hatte ISIC 21 aus den Firmen CSC, EADS und Mobilcom die Verhandlungen mit dem Bundesverteidigungsministerium für gescheitert erklärt. Als Grund für das Scheitern der Verhandlungen nannten die beteiligten Firmen, dass die Bundeswehr ihre Anforderungen an die Privatunternehmen mehrfach erhöht habe, ohne allerdings den Kostenrahmen anzupassen. Dieser wird mit 6,56 Milliarden Euro -- verteilt auf zehn Jahre -- angegeben. Daraufhin begann die Bundeswehr im September 2004 Verhandlungen mit dem TIS-Konsortium.
Während der Kosten- und Leidensdruck bei der Bundeswehr wächst, ihre Aufgaben mit veralteter und nicht kompatibler ITK-Infrastruktur erledigen zu müssen, arbeitet die Zeit für die privaten Anbieter. So weisen Vertreter aus beiden Konsortien darauf hin, dass ihre Einkaufspreise -- etwa für Hardware oder auch Leitungskapazität -- im Sinken begriffen seien. Zudem reduziere die vom heutigen Verteidigungsminister Peter Struck angekündigte Schließung von rund 100 Bundeswehrstandorten Kosten und Komplexität des Projektes Herkules. Es war von Strucks Amtsvorgänger Rudolf Scharping als Public-Private-Partnership ins Leben gerufen worden. (ssu)