Erster Stand-alone-Player fĂĽr HD DVD auf dem deutschen Markt

Der HD-DVD-Stand-alone-Player Toshiba HD-E1 soll nach Angaben des Herstellers ab heute im Handel verfĂĽgbar sein.

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Das externe HD-DVD-Laufwerk für Microsofts Xbox 360 ist bereits Ende November erschienen, ab heute soll mit Toshibas HD-E1 auch der erste Stand-alone-Player für das DVD-Nachfolgeformat im Handel erhältlich sein. Das rund 650 Euro teure Gerät sollte ursprünglich bereits am 27. November auf den hiesigen Markt kommen, dann verschob sich die Markteinführung wegen eines defekten Chips. Anfang des kommenden Jahres soll mit dem HD-XE1 in einem edlen Gehäuse aus schwarz-eloxiertem und gebürstetem Aluminium das Highend-Pendant zu einem Preis um 900 Euro folgen.

Anders als zunächst angenommen, setzt auch der HD-E1 (wie seine amerikanischen Vorgänger HD-A1 und HD-XA1) auf PC-Architektur auf. So arbeitet auf dem Mainboard des Geräts ein Intel-Prozessor, als Betriebssystem kommt wiederum Linux zum Einsatz. Als Käufer wird man sich mit einer längeren Boot- beziehungsweise Einlesezeit und einem rückseitigen Lüfter abfinden müssen. Im Unterschied zu Panasonics Stand-alone-Player DMP-BD10 für das Konkurrenzformat Blu-ray Disc besitzt der HD-DVD-Player einen Ethernet-Anschluss, über den sich unter anderem Firmware-Updates aus dem Internet einspielen lassen, sowie zwei USB-Ports zum Anschluss von Game-Controllern.

Der HD-E1 verfügt über einen HDMI-Anschluss, über die er Videobilder in der Halbbildauflösung 1080i mit 1920 × 1080 Bildpunkten und in der Vollbildauflösung 720p mit 1280 × 720 Pixel ausgeben kann. Erst der HD-XE1 soll in der Lage sein, Videobilder auch in der höchsten Vollbildauflösung 1080p mit 1920 × 1080 Bildpunkten auszugeben. Beide Modelle verfügen über eine Upscaling-Funktion, um in Standardauflösung vorliegende Videobilder auf die Auflösung 1080i und 720p hochzurechnen. Wie bislang üblich, gibt auch der HD-E1 mit 24 Vollbildern pro Sekunde (24p) auf HD DVDs gespeicherte Videos nach einem 3:2-Pulldown mit 60 Hertz aus. Bei horizontalen Kameraschwenks kommt es daher zu sichtbaren Rucklern.

Recht eingeschränkt ist der HD-E1 bei der Tonausgabe: Die Next-Generation-Audioformate Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD und DTS HD kann der Player über seine HDMI-1.2-Schnittstelle als mehrkanaligen PCM-Audiostrom an einen Audio/Video-Verstärker mit entsprechendem Eingang weiterreichen, nicht aber als Bitstream. Diese Fähigkeit wird dank HDMI-1.3-Port erst der HD-XE1 besitzen. Einen analogen Mehrkanalausgang ist am HD-E1 überhaupt nicht zu finden. Über den Digitalausgang (SPDIF) werden die neuen Audioformate stets als DTS-Datenstrom mit einer Datenrate von 1536 kBit/s ausgegeben. Hierfür ist in dem Player ein DTS-Encoder eingebaut. Entgegen anderer Darstellungen ist das bei Dolby Digital Plus nicht die beste Lösung: Das Format ließe sich laut Dolby über SPDIF auch ohne Rekodierung als Dolby-Digital-Datenstrom mit einer Rate von 640 kBit/s ausgeben.

Laut Toshiba können die Player von den bespielbaren Medien CD-R(W) sowie DVD-R(W), einschließlich dem DVD-VR-Format, wiedergeben, nicht jedoch DVD+R(W)-Scheiben.

Unklar ist bislang, wie viele Player Toshiba in Deutschland mit der ersten Welle ausliefert. Auf Nachfrage von heise online erklärten alle Elektronikmärkte in Hannover heute Morgen, dass der Player bei ihnen noch nicht eingetroffen sei. Zur IFA war von 10.000 Geräte für Europa die Rede. (nij)