STMicroelectronics sieht sich durch Nokia gebremst

Aufgrund der schlechten Aussichten des wichtigen Kunden senkt der Halbleiterhersteller seinen ProduktionsausstoĂź.

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STMicroelectronics, Europas größter Halbleiterhersteller, hat im vergangenen Quartal Umsatz und Nettogewinn leicht gesteigert. Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich laut Mitteilung von 2,53 Milliarden auf 2,57 Milliarden US-Dollar (1,77 Milliarden Euro). Der Nettogewinn wuchs von 356 Millionen auf 420 Millionen US-Dollar. 356,8 Millionen US-Dollar erhielt der Halbleiterhersteller als Schadenersatz von der Großbank Credit Suisse nach einem Rechtsstreit über Anleihen, die nach der Finanzkrise praktisch wertlos wurden. Der operative Gewinn ging von 91 Millionen auf 83 Millionen US-Dollar zurück.

CEO Carlo Bozotti erklärte zur Vorlage der Zahlen, das Umsatzwachstum sei vor allem auf eine "solide Leistung" im Bereich Automotive zurückzuführen. Gegenwind für sein Unternehmen habe es durch die Folgen des Erdbebens und des Tsunamis in Japan im März sowie bedingt durch Wechselkurse gegeben.

Zudem sei Im Juni die Nachfrage nach Produkten in der Sparte Wireless geringer als erwartet ausgefallen, ein bedeutender Kunde habe seine Prognose für mobile Produkte gesenkt, hieß es weiter. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg nennt hier Nokia beim Namen; auch Texas Instruments zählt Nokia zu einem seiner wichtigsten Kunden. Nokia hatte Ende Mai seine Prognose gesenkt und lag später mit seinem Ergebnis für das zweite Quartal noch darunter.

Der Umsatz und die Bruttomarge, die mit 38,1 Prozent etwas niedriger als vor einem Jahr ausfiel, lägen im Rahmen der eigenen Prognosen sagte Bozotti. Angesichts der zu erwartenden geringeren Nachfrage habe STMicroelectronics zügig seinen Produktionsausstoß in einigen Fertigungsstätten verringert. Der Umsatz des laufenden Vierteljahres werde voraussichtlich 5 Prozent niedriger bis zu 2 Prozent höher als der des vergangenen ausfallen. Die STMicroelectronics-Aktie geriet daraufhin unter Druck. (anw)