Hulu soll EPG-Patent verletzen
Rovi Technologies ist vor Gericht gegangen, da der US-amerikanische Online-Videodienst angeblich drei Patente verletzt.
Der US-amerikanische Online-Videodienst Hulu nutzt angeblich unerlaubt geschützte Technik für elektronische Programmführer (EPG) und für die Suche nach Videos und Bildern. Das behauptet das ehemals unter dem Namen Macrovision firmierende Unternehmen Rovi Technologies, es ist deshalb vorige Woche vor das US-Bundesbezirksgericht in Wilmington im Bundesstaat Delaware gezogen.
Hulu soll Technik einsetzen, die durch die Patente 6,396,546 ("Electronic television program guide schedule system and method"), 7,103,906 ("User controlled multi-device media-on-demand system") und 7,769,775 ("Search engine for video and graphics") geschützt sind, heißt es. Rovi verlangt für Nutzung der Technik, die das Unternehmen durch die Übernahme von Gemstar erworben hat, von Hulu Schadenersatz in unbekannter Höhe.
Zu den Hulu-Eigentümern gehören Walt Disney, Comcast und die News Corporation. Sie schauen sich nach einem möglichen Käufer für den Dienst um, der Fernsehsendungen in den USA über das Internet zeigt. Interessiert sein sollen Google, Microsoft, Yahoo und Apple. An Gemstar besaß die News Corporation 41 Prozent, bevor das Unternehmen im Dezember 2007 von Macrovision gekauft wurde.
Rovi hat nach eigenen Angaben bereits mit diversen Medienunternehmen Lizenzvereinbarungen zur Nutzung seiner Technik geschlossen, darunter Unitymedia, Sky Deutschland, Canal+ und BSkyB. Das britische Unternehmen Virgin Media konnte sich im Streit um EPG-Patente Ende 2009 vor Gericht gegen Gemstar durchsetzen und siegte auch in der Berufungsverhandlung. In Deutschland ist die Fernsehzeitschrift Hörzu des Axel-Springer-Verlags mit Rovi eine Kooperation zur Nutzung von dessen Technik "Guide Plus" eingegangen. Gemstar entwickelte auch mit ShowView ein System, mit dem Fernsehsendungen auf Videorecordern einfacher programmiert werden sollten. (anw)