Günstige Darlehen für Computerspiel-Entwickler
Hamburg will als erstes Bundesland im Rahmen einer Förderung der Zukunftsbranche Medien auch die Entwickler von Computerspielen mit Darlehen von bis zu 100.000 Euro gezielt unterstützen.
Als erstes Bundesland will Hamburg den Entwicklern von Computerspielen mit einem Förderprogramm für Zukunftsbranchen gezielt unter die Arme greifen. Der Hamburger Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) erklärte dem Hamburger Abendblatt, bis 2008 wolle man dafür rund 1,1 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Computerspiele gehören laut Uldall zu einer von vier Sparten der Medienindustrie, die über ein starkes Wachstumspotential verfügen. Die anderen Bereiche seien Handy-TV, digitale Spartenkanäle und Animationsfilme. Unternehmen aus diesen Marktsegmenten können sich ab sofort um Darlehen bewerben, die je nach Projekt bis zu 100.000 Euro betragen sollen. Eine Jury soll ab Oktober 2006 über die Vergabe der Gelder entscheiden.
Die Computerspielentwicklung gehört zu den am schnellsten wachsenden Sparten. 2005 soll in Deutschland mit Computer- und Konsolenspielen rund 1,3 Milliarden Euro umgesetzt worden sein, während die Deutschen an der Kinokasse nur etwa 745 Millionen Euro ausgaben. Verglichen mit dem Ausland – in Großbritannien gibt es in den Haushalten beispielsweise dreimal so viel Spielkonsolen – ist das Wachstumspotential hierzulande noch groß: Das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers rechnet 2009 mit einem Umsatz von 2,9 Milliarden Euro.
In Hamburg gibt es einer Studie des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung an der Universität Hamburg zufolge bereits rund 100 Unternehmen der Videospiel-Branche mit mehr als 1000 Beschäftigten, Tendenz steigend. Die gezielte Förderung mit Darlehen soll besonders kleineren Unternehmen helfen, ihre Ideen und Produkte auf den Markt zu bringen.
Um mit Verlegern ins Geschäft zu kommen, brauchen Entwickler lauf- und aussagefähige Prototypen, deren Produktion nicht zuletzt wegen der raschen Entwicklung im Bereich Grafik und Multimedia sehr teuer ist. Laut Jan-Hendrik Ohl, Geschäftsführer von Konsolenspezialist 49Games, werden schnell sechsstellige Summen fällig. Da kommt die Förderung der Hansestadt gerade recht. Doch will die Vergabe-Jury die Darlehensvergabe auch von den Inhalten abhängig machen: Wirtschaftssenator Uldall zufolge sollen Spiele, die Gewalt verherrlichen oder verharmlosen, oder pornographische, volksverhetzende und rassistische Inhalte aufweisen, von der Förderung ausgeschlossen werden. (rop)