Planetarien aus Jena für Brasilien, Kuwait und Sachsen
Moderne Projektoren, die eine Vielzahl von Sternen täuschend echt nachbilden sowie Video- und Lasertechnik halten das Interesse an Planetarien hoch.
Neue technische Effekte mit Laser- und Videoprojektoren sorgen bei Carl Zeiss für gut gefüllte Auftragsbücher bei Planetarien. "Im Januar und Februar 2007 werden insgesamt drei Planetarien mit unserer Technik in Kuwait und Brasilien eröffnet", sagte der Leiter des Zeiss-Geschäftsfeldes, Wilfried Lang. Zudem gehe zu Jahresbeginn ein Sternentheater in einem Freizeitpark in Lichtenstein bei Chemnitz in Betrieb, der damit auch in der kalten Jahreszeit Besucher anlocken will. "Die Montage der Ausrüstungen läuft seit Dezember". Zeiss hat nach seinen Angaben allein seit Anfang der 1990er Jahre rund 100 Planetarien in alle Welt geliefert.
"Vor allem in den vergangenen fünf Jahren hat sich die Technik rasant weiterentwickelt", sagte Lang. Zusätzlich zum Sternenprojektor, der 9100 Gestirne täuschend echt nachbilden kann, sorge Video- und Lasertechnik für räumliche Effekte. "Die Kuppel wird zur riesigen Kinoleinwand." Das gewachsene Interesse begründete Lang mit den neuen technischen Möglichkeiten, die Multimedia-Anwendungen in die Planetarien bringen. "Es wird nicht nur Wissensvermittlung geboten, sondern auch Action." Zu den Projekten im kommenden Jahr gehörten auch technische Nachrüstungen bestehender Sternentheater, beispielsweise in Kolumbien.
Zeiss Jena hat eine mehr als 80-jährige Tradition bei der Entwicklung der Planetariumstechnik. Seit Anfang der 1990er Jahre liegt bei der Thüringer Tochter des Zeiss-Konzerns die Verantwortung für diesen Geschäftsbereich mit einem Jahresumsatz von etwa zehn Millionen Euro. "In Jena läuft nicht nur die Entwicklung", sagte Lang. Unter der firmeneigenen Kuppel werde jedes Planetarium komplett aufgebaut und vor der Auslieferung getestet. In dem Bereich arbeiten etwa 28 Spezialisten. "Aber die halbe Mannschaft ist meist bei Kunden unterwegs". (dpa)/ (dz)