SAP wirbt Oracle Kunden in den USA ab
Kunden von Oracle und Peoplesoft lockt SAP mit der 75-prozentigen Erstattung des Lizenzpreises der vorhandenen Software zum Wechsel. Seit Jahresbeginn habe SAP 27 Kunden herĂĽbergezogen, behauptet der Chef von SAP-Nordamerika, Bill McDermott.
Dem Walldorfer Entwickler von Unternehmenssoftware SAP ist es gelungen, dem US-Softwarehersteller Oracle in dessen Heimatmarkt Nordamerika seit Jahresbeginn 27 Kunden abzuwerben. Hingegen seien Versuche von Oracle, seinerseits SAP-Kunden abzuwerben, erfolglos geblieben, zitiert die Financial Times Deutschland (FTD) den Chef von SAP-Nordamerika, Bill McDermott.
SAP bietet demnach seit Ende Januar Kunden von Oracle und Peoplesoft bei einem Wechsel auf SAP-Produkte eine Gutschrift in Höhe von 75 Prozent des Lizenzpreises der bestehenden Softwareinstallation. Zu den 27 Firmen, die dieses Lockangebot angenommen hätten, gehörten der Kofferhersteller Samsonite und der Juwelenhändler Zales. Die anderen dürften eher kleine Firmen sein, mutmaßt die FTD. Trotz des Zweikampfs mit Oracle habe McDermott Spekulationen zurückgewiesen, wonach die Rabatte insgesamt steigen. Das Lockangebot an die Oracle-Kunden sei lediglich ein "Zeichen der Annäherung" gewesen. Keine Firma würde aber nur wegen finanzieller Anreize wechseln. Ausschlaggebend seien Verlässlichkeit und die langfristige Aussicht, mit einer neuen Software Geld zu sparen.
Während SAP dem Bericht zufolge in Nordamerika ein organisches Wachstum erzielt, hatte Oracle in der Vergangenheit milliardenschwere Zukäufe getätigt. So hatte Oracle nach anderthalbjähriger Übernahmeschlacht seinen kleineren Konkurrenten PeopleSoft für rund 10,3 Milliarden US-Dollar gekauft. Auch im Bietergefecht um die Firma Retek konnte Oracle SAP ausstechen. Ebenfalls im März hatte Oracle die Sicherheits-Firma Oblix für einen nicht genannten Kaufpreis übernommen. Im Juli war es SAP hingegen gelungen, einen langjährigen Manager von Peoplesoft / Oracle abzuwerben. (ssu)