Gedanken sollen Prothesen steuern

Das US-Militär will für Soldaten, die im Kampf einen Arm verloren haben, innerhalb weniger Jahre eine revolutionär neue Prothese entwickeln lassen.

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Von
  • Leif Kleinhans

Das US-Militär will für Soldaten, die im Kampf einen Arm verloren haben, innerhalb weniger Jahre eine revolutionär neue Prothese entwickeln lassen. Diese soll das biologische Vorbild in Sachen Kraft, Gefühl, Geschicklichkeit und natürliches Aussehen vollwertig ersetzen. Deshalb schart der zivile Arm der Militärforschung – die Behörde für Wissenschaftsförderung DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) – die weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Neuroprothetik um sich, um das ehrgeizige Projekt, an dem auch zwei deutsche Fraunhofer-Institute beteiligt sind, mit Hochdruck voranzutreiben. Ein erster Prototyp soll bereits in 2009 bereit für klinische Studien sein.

Die Zukunft wird laut DARPA so aussehen: Im Armstumpf werden seitlich an den Armnerven wenige Quadratmillimeter große Elektrodenarrays befestigt. Sie fungieren als Schnittstellen, horchen also auf die Signale aus dem Gehirn und leiten sie über einen Chip per Funk an einen PDA außerhalb des Körpers weiter.

Der Minicomputer, den der Soldat zum Beispiel am Gürtel trägt, übersetzt die Nervensignale in Steuerbefehle und funkt sie an ein zweites Interface im künstlichen Arm weiter. Sobald der Soldat an eine Bewegung denkt, führt der bionische Arm ihn bereits aus. Umgekehrt soll auch der künstliche Arm über den PDA und die elektronischen Schaltstellen im Arm Informationen an das Gehirn senden können, zum Beispiel darüber, wie sich das Objekt anfühlt, das er in der künstlichen Hand hält.

Siehe dazu in Technology Review online (lek)