SPD-Familienpolitikerin Griese möchte mehr Computerspiele auf den Index setzen
Kerstin Griese kritisiert die Umsetzung der gesetzlichen Regelungen und wünscht sich mehr Einflussmöglichkeiten durch den Staat bei der Indizierung jugendgefährdender Spiele.
Der Jugendschutz bei Computerspielen muss nach Ansicht der Familienausschuss-Vorsitzenden Kerstin Griese (SPD) verbessert werden: "Die Umsetzung der gesetzlichen Regelung ist mangelhaft", sagte Griese laut der Rheinischen Post. Die Händler würden häufig Spiele, die mit einer Altersangabe belegt sind, auch an Jüngere verkaufen. "Eventuell müssen da die Strafen erhöht werden." Auch müsse der Verkauf stärker kontrolliert werden.Quälen von virtuellen Akteuren führt zu starken physiologischen Reaktionen
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Die SPD-Politikerin wünscht sich mehr Einflussmöglichkeiten durch den Staat bei der Indizierung jugendgefährdender Spiele – indizierte Spiele dürften die Händler nicht an Jugendliche unter 18 Jahren abgegeben und nicht bewerben. Bisher steuert die freiwillige Selbstkontrolle USK die Altersfreigabe: "Wenn diese einem Spiel eine Altersklassifizierung erteilt hat, dann darf die Bundesprüfstelle nicht mehr tätig werden", kritisierte Griese. "Dabei wäre es viel effektiver, wenn die Bundesprüfstelle ein Spiel auf den Index setzen könnte."
Die USK hatte in der anhaltenden Debatte rund um "Killerspiele" erst vor kurzem Angriffe des bayerischen Innenministers Günther Beckstein und des Kriminologen Christian Pfeiffer an ihrer Prüftätigkeit zurückgewiesen.
Bayern geht mit der Forderung nach einem Verbot gewaltverherrlichender Killerspiele in den Bundesrat. Durch eine Änderung des Strafgesetzbuches sollen Produktion und Vertrieb dieser Spiele verboten werden, heißt es in der vom Ministerrat heute beschlossenen Initiative. "Killerspiele gehören in Deutschland verboten", sagte Ministerpräsident Edmund Stoiber unter Verweis auf Amokläufe von Schülern. Neben Compterspielen sollen auch Spiele verboten werden, bei denen die Teilnehmer mit Spielzeugwaffen aufeinander schießen.
Für diese "unverantwortlichen und indiskutablen Machwerke" dürfe es in der Gesellschaft keinen Platz geben, erklärte Stoiber. Die Staatsregierung will außerdem erreichen, dass ein ausdrückliches Verbot jugendgefährdender Filme und Computerspiele ins Jugendschutzgesetz aufgenommen wird. Auch der Verleih und die Vermietung auf dem Index stehender Filme und Spiele solle strafbar werden, forderte die Staatsregierung.
Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) unterstützt die Initiative. BLLV-Präsident Albin Dannhäuser betonte jedoch, ein Verbot allein reiche nicht aus. Die Schulen bräuchten die Unterstützung von Eltern und Politik und mehr Zeit für medienpädagogische Arbeit. "Jede noch so zynische und entwürdigende Grausamkeit gelangt in die Kinderzimmer."
Die Landtags-SPD befürwortete die Pläne ebenfalls. Bildungssprecher Hans Ulrich Pfaffmann warnte jedoch, dass ein Verbot schwierig zu kontrollieren sei. Die Landtags-Grünen hingegen kritisierten die Initiative als populistische Aktion. Das Strafgesetzbuch gewährleiste bereits jetzt den Schutz vor Killerspielen. "Es gibt sicher gefährliche Spiele, die verboten werden sollten. Aber nicht alle Spiele sind grundsätzlich von Übel, sondern Teil der Jugendkultur", sagte die medienpolitische Sprecherin Ulrike Gote.
Siehe zu dem Thema auch:
- SPD-Familienpolitikerin Griese möchte mehr Computerspiele auf den Index setzen
- "Killerspiele": Selbstkontrolleinrichtung wehrt sich gegen Verleumdung
(dpa) /