Red Hat will Kompilieren für unterschiedliche Distributionen erleichtern
Mit dem Application Build Environment will Red Hat das Kompilieren und Testen von Software für unterschiedliche Red-Hat-Linux-Distributionen auf einem System ermöglichen.
Red Hat hat das Application Build Environment (ABE) als Beta-Version vorgestellt. Das ABE soll das Kompilieren und Testen von Software für unterschiedliche Red-Hat-Distributionen auf einem System ermöglichen. Bisher mussten Software-Entwickler mehrere Computer oder ein Multi-Boot-System einrichten, um die Software für unterschiedlichen Distributionen zu übersetzen.
Das ABE umgeht dies, indem es die Distributionen als Gastsysteme in eine chroot-Umgebung auf der Festplatte installiert. Das Host-System bleibt hierbei weitgehend unangetastet. Als Gastsysteme unterstützt das ABE die Versionen 2.1, 3 oder 4 von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) auf der x86- und der x86-64-Architektur. Als Hostsystem setzt das ABE die Version 4 von RHEL voraus, das Red Hat in der endgültigen Version offiziell im nächsten Monat vorstellen will. Als erste Server-Distributionen von Red Hat wird RHEL4 auf dem den Linux-Kernel 2.6 basieren. Novell hat mit dem Suse Linux Enterprise Server 9 bereits vor einigen Monaten eine auf dem Kernel 2.6 aufbauende Distribution eingeführt.
Verkaufen will Red Hat das ABE nicht, es ist mehr als Unterstützung für Entwickler gedacht. Wirklich neu ist die Technik hinter dem ABE zudem nicht. Mit mach (make a chroot) steht bereit seit längerem ein ähnliches Programm zur Verfügung. Es unterstützt unter anderem Fedora und dessen vorgänger Red Hat Linux. Verschiedenen RPM-Repositories für Fedora und das Projekt GStreamer nutzen mach, um RPM-Pakete auf einem System für unterschiedliche Distributionen zu übersetzen. (thl)