SAP-Betriebsrat: "Wir werden ernst genommen"
Nach einem halben Jahr zeigt sich der ursprĂĽnglich umstrittene SAP-Betriebsrat zufrieden.
Knapp ein halbes Jahr nach der heftig umstrittenen Wahl eines Betriebsrates bei dem Softwarekonzern SAP zeigt sich die Spitze der neuen Arbeitnehmervertretung zufrieden mit der Bilanz ihrer Startphase. "Wir werden ernst genommen – von beiden Seiten", sagte Vize-Chef Klaus Gassmann in einem dpa-Gespräch. "Das Schreckgespenst Betriebsrat gibt es nicht mehr." Es werde gesehen, dass vernünftige Leute im Betriebsrat säßen und sich nichts zum SAP-Nachteil geändert habe.
Die Arbeitgebervertreter würden zwar nicht mit neuen Problemen der Beschäftigten konfrontiert. Da sich die Zahl der Ansprechpartner aber deutlich vergrößert habe, würde in der Summe auch mehr um Rat gefragt. "Insgesamt wird es gut angenommen", sagte Gassmann, der mit der Vorsitzenden Helga Classen das Gremium als gleichberechtigte Doppelspitze führt.
Die Arbeit mit der Geschäftsführung sei insgesamt formaler geworden. Größere Konfliktfelder habe es bislang aber nicht gegeben, teilte der Betriebsrat mit. "Beide Seiten gehen mit der Weichenstellung professionell um." Die Zusammenarbeit, gerade wenn es um eine gemeinsame Planungsphase geht, müssten beide Seiten aber noch weiter üben.
Der 37-köpfige Betriebsrat war im Juli gewählt worden. Es ist der erste Betriebsrat in der Geschichte des 1972 gegründeten Weltmarktführers für Unternehmenssoftware. Bis zu dem Zeitpunkt hatten acht Arbeitnehmervertreter im 16 Mitglieder umfassenden Aufsichtsrat zugleich die Interessen der mittlerweile rund 14.000 Mitarbeiter in Deutschland vertreten. (dpa) (ps)