Korruptionsvorwürfe gegen Siemens
Der ehemalige Siemens-Vertriebsleiter Sam Tsekhman behauptet, Siemens-Manager hätten ihm als Mitverantwortlichen für das Russland-Geschäft von Siemens-Medizintechnik regelmäßig hohe Summen in bar für Bestechungszwecke überreicht.
Sam Tsekhman, ehemaliger Vertriebsleiter beim Siemens-Konzerns, erhebt Korruptionsvorwürfe gegen seinen früheren Arbeitgeber. Das berichtet das Magazin Stern in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Tsekhman habe in einer eidesstattlichen Erklärung angegeben, dass Siemens-Manager ihm als Mitverantwortlichen für das Russland-Geschäft von Siemens-Medizintechnik regelmäßig hohe Summen in bar für Bestechungszwecke überreicht hätten. Das Geld, in Einzelfällen bis zu einer Million US-Dollar, sollte laut Tsekhman zur Bezahlung russischer Amtsträger dienen. Die Praxis habe bis in das Jahr 2000 fortgedauert.
Siemens-Mitarbeiter sollen bis April 2000 laut Tsekhman mit russischen Stellen über Schmiergeldzahlungen verhandelt haben, die Siemens helfen sollten, einen mit 28,2 Millionen Euro dotierten Vertrag mit dem Moskauer Burdenko-Institut zu bekommen. Insgesamt seien in diesem Zusammenhang Bestechungsgelder in Höhe von 7 Millionen Euro eingeplant gewesen. Tsekhman will im Jahr 2003 den damaligen Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer über den Fall informiert haben. Siemens habe nach eigenen Angaben eine interne Untersuchung eingeleitet, aber sich bisher dazu nicht geäußert, heißt es in dem Bericht. (anw)