Einigung im Tarifstreit bei der Deutschen Telekom
Sowohl der Telekom-Konzernvorstand als auch die Große Tarifkommission von ver.di haben dem Schlichterspruch zugestimmt, nachdem es bei der Telekom unter anderem ab November eine Lohnerhöhung von 3 Prozent gibt.
Im Tarifstreit bei der Deutschen Telekom hat laut dpa der Konzernvorstand den Schlichterspruch vom vergangenen Freitag genehmigt. Die Große Tarifkommission von ver.di habe den Vorschlägen des Schlichters mit großer Mehrheit zugestimmt, hieß es zudem bei der Gewerkschaft. Der Schlichter, der CDU- Politiker Heiner Geißler, hatte sich für eine Lohnerhöhung von drei Prozent ausgesprochen. Diese solle den 55.000 Angestellten und Auszubildenden der Deutschen Telekom AG vom 1. November dieses Jahres an gezahlt werden. Zusätzlich sei eine Einmalzahlung von 350 Euro für die Angestellten geplant. Die 47.000 Beamten sollen Einmalzahlungen von 635 bis 735 Euro erhalten.
Die Telekom hatte in der Tarifauseinandersetzung eine Einmalzahlung von 1.000 Euro angeboten, ein Viertel davon in Aktien. Die Gewerkschaft ver.di hatte dagegen nach den Milliardengewinnen der vergangenen Quartale eine Lohnerhöhung von sechs Prozent gefordert. Während ver.di das Telekom-Angebot als "absurd" bezeichnet hatte, lehnte die Telekom die ver.di-Forderung als "realitätsfern ab. Mitte Mai waren die Tarifgespräche für gescheitert erklärt worden, die Gewerkschaft hatte darauf mit einer Ausdehnung der Warnstreiks reagiert, während die Telekom nach der Schlichtung rief.
Insgesamt ergibt sich aus dem Tarifpaket nach Angaben der Telekom rechenerisch eine Gesamtbelastung von 2,25 Prozent. Zudem würden die Bildschirmarbeitspausen deutlich gekürzt und auf Marktniveau angepasst. Dennoch sei die prozentuale Anhebung der Gehälter ein absolut falsches Signal für die Festnetzsparte T-Com, erklärte Personalvorstand Heinz Klinkhammer laut dpa. Dort seien jetzt weitere Arbeitsplätze gefährdet. Die Belastungen würden allerdings durch die Verkürzung der Bildschirmarbeitspausen gemildert. Trotz der Zugeständnisse, die die Telekom bei der Erhöhung der Tarifgehälter habe machen müssen, sei wichtig, dass die bezahlten Bildschirmpausen auf Marktniveau angepasst worden seien. Sie verringern sich künftig um die Hälfte auf 5 Minuten je Stunde. Hierdurch werde die Produktivität der T-Com deutlich verbessert. (jk)