Scientology-Sekte verliert Geheimhaltungsprozeß

In Schweden muß Scientology nun die Veröffentlichung seiner geheimen Schriften hinnehmen.

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Von
  • Florian Rötzer

In Schweden muß Scientology nun die Veröffentlichung seiner geheimen Schriften hinnehmen. Das höchste schwedische Verwaltungsgericht stellt das schwedische Öffentlichkeitsprinzip über das internationale Urheberrecht.

Die schwedische Regierung muß nach dem spektakulären Gerichtsurteil nun die geheimen Schriften der Scientology-Bewegung als öffentliche Akte freigeben. Nach massivem Druck der Scientologen und der US-Regierung hatte das Stockholmer Kabinett vor einem halben Jahr die "heiligen Bücher" des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard zur Geheimsache erklärt. Die US-Regierung mahnte die Verletzung der Scientology-Urheberrechte an und drohte, Stockholm vor der Welthandelsorganisation zu verklagen. Die schwedische Regierung gab dem Druck nach und zog die umstrittenen Texte aus dem Verkehr. Die Richter kamen jetzt zu dem Schluß, daß die "Scientologen-Bibel" nichts enthalte, was dem Verhältnis zu den USA schaden könne. Daher habe das Öffentlichkeitsprinzip zu gelten. Nun wollen die Scientologen Schweden vor dem Europäischen Gerichtshof verklagen.

Auch im Internet gab es seit Jahren Konflikte. Vor allem vom Server des niederländischen Providers XS4ALL aus werden erbitterte Auseinandersetzungen um die geheimen Schriften der "Church of Scientology" geführt.

Siehe den ausführlicheren Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti in Telepolis: Gericht setzt Informationsfreiheit über Copyright. (fr)