Zahlreiche Klagen gegen Apple anhängig
Der Computerhersteller muss sich laut eines eigenen Berichts an die Börsenaufsicht unter anderem wegen Patentklagen und dem iTunes-DRM vor Gericht verantworten.
Der zuletzt wegen der in der US-Wirtschaft offenbar weit verbreiteten Praxis der Rückdatierung von Aktienoptionen in die Schlagzeilen geratene Computerkonzern Apple hat in seinem revidierten Geschäftsbericht für die US-Börsenaufsicht auf zahlreiche Gerichtsverfahren hingewiesen, die derzeit gegen das Unternehmen anhängig sind. Die umstrittene Rückdatierung und die folgende Verzögerung eines korrekten Finanzberichts ist dabei Gegenstand eines dieser Verfahren gegen den Konzern und verantwortliche Manager.
Außerdem sieht sich Apple unter anderem mit dem Vorwurf konfrontiert, mit der Beschränkung der im iTunes-Store gekauften Musik- und Videotitel auf den iPod ein unrechtmäßiges Monopol geschaffen zu haben. Stein des Anstoßes ist Apples Kopierschutz, der das Überspielen der Titel auf Player von Drittherstellern erschwert. Apples Antrag auf Klageabweisung hat das zuständige Gericht in der Woche vor Weihnachten zurückgewiesen.
Das von Apple und Nike zusammen auf den Markt gebrachte Pedometer-System ist Gegenstand eines Patentstreits. Das klagende Unternehmen hält eine Reihe von Patenten, darunter für "Methoden und Systeme zur Messung von sportlicher Leistung", die von dem Produkt verletzt werden sollen. In weiteren, oft als Sammelklage angelegten Verfahren geht es um Schadensersatz für ungewöhnlich häufig fehlerbehaftete Logic Boards oder kaputte Monitore.
Die Rückdatierung von Aktienoptionen hat bereits einige CEOs der Branche in die Bredouille gebracht. Der Computerkonzern Apple geht allerdings davon aus, seinen charismatischen Firmenchef Steve Jobs halten zu können, obwohl er in Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aktienoptionen verwickelt war. Ein von Apple eingeschaltetes unabhängiges Untersuchungsteam hatte die Gewährung von Aktienoptionen zu 259 Terminen zwischen Oktober 1996 und Januar 2003 geprüft. Dem am vergangenen Freitag von Apple vorgelegten unabhängigen Untersuchungsbericht zufolge hatte CEO Steve Jobs zwar von der Rückdatierung der Optionen auf günstigere Zeitpunkte gewusst und sogar einige Termine selbst empfohlen, davon aber nicht selbst profitiert. (vbr)