Insolvenzverfahren gegen Digital-TV-Firma Galaxis eröffnet

Von dem Konkurs des LĂĽbecker DVB-T- und Satelliten-TV-Experten sind auch die Berliner Tochter Convergence sowie indirekt mehrere Open-Source-Projekte betroffen.

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Gegen den Lübecker DVB-T- und Satelliten-TV-Experten galaxis technology hat das Amtsgericht der Hansestadt das Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde der Hamburger Steuerberater Peter Knöpfel bestellt. Von dem Konkurs des Digitalfernsehexperten sind auch die Berliner Tochter Convergence sowie indirekt mehrere von ihr betreute Open-Source-Projekte betroffen. Gerettet werden könnten die Firmen wohl höchstens noch durch einen finanzkräftigen Investor, der momentan aber nicht in Sicht ist.

Schon seit langem gibt es Hinweise auf Zahlungsschwierigkeiten. Im Sommer hatte die Tatsache für Wirbel gesorgt, dass die von Convergence gehosteten freien Softwareprojekte Linux-TV und DirectFB sowie Mailinglisten zu Klaus Schmidingers Video Disk Recorder (VDR) kurzfristig nicht mehr erreichbar waren. Damals hatte sie der Convergence-Mitarbeiter Ralf Hemmann auf einen privaten Webserver übertragen. Der Entwickler versicherte gegenüber heise online, dass die Open-Source-Projekte auf jeden Fall auch nach dem jetzt erfolgten weitgehenden Betriebsstopp bei Convergence weiterlaufen würden. Angesichts des "hohen Traffics" sucht Hemmann aber nach einem Sponsor für die Internetpräsenzen.

Bei Galaxis war am Mittwochnachmittag telefonisch niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Firmenchef Winfried Klimek hatte bereits seit über einem Jahr mit Korruptionsverdacht zu kämpfen. Er wurde Anfang Dezember verhaftet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Millionenbetrug vor. Er soll gegenüber Banken falsche Angaben über seine Kreditwürdigkeit gemacht und auch Lieferanten getäuscht haben. Insgesamt gehören zur Galaxis-Gruppe etwa 30 Firmen. Die eigentlichen Investoren sitzen in den USA beziehungsweise in Indien.

Bei Convergence arbeiteten zuletzt rund 20 Angestellte, in den letzten Monaten aber nur noch unregelmäßig, da die Gehälter ausstanden. Gegenwärtig halten nach Angaben von Ex-Mitarbeitern nur noch ein Administrator und "Analog-Admin" einige Stunden am Tag die Stellung; die Managementprobleme bei Galaxis hätten sich immer stärker bemerkbar gemacht. Ständig hätten die Entwickler neue Vorgaben erhalten, während so gut wie nie eine Settop-Box fürs Digitalfernsehen zu Ende entwickelt worden sei, hieß es. (Stefan Krempl) / (jk)