Die Pleite von BenQ Mobile ist besiegelt
Nach drei Monaten voller Hoffen und Bangen hat der insolvente Handyhersteller BenQ Mobile mit Beginn des neuen Jahres den Betrieb weitgehend eingestellt.
Nach drei Monaten voller Hoffen und Bangen hat der insolvente Handyhersteller BenQ Mobile mit Beginn des neuen Jahres den Betrieb weitgehend eingestellt. Da die Suche nach einem Investor vergeblich blieb, eröffnete das Amtsgericht München offiziell das Insolvenzverfahren, hieß es am heutigen Dienstag. "Es findet nur noch eine Auslaufproduktion statt", sagte eine Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager. Offiziell sei der Betrieb eingestellt. Mit einer Reihe von Mitarbeitern würden aber noch Handys, die schon fast fertig produziert waren, noch verkaufsfähig gemacht.Kein Investor für BenQ Mobile in Sicht
Handyhersteller BenQ droht die SchlieĂźung
BenQ-Mobile-Chef schmeiĂźt hin
IG Metall: Siemens sagt bis zu 180 Millionen Euro fĂĽr BenQ-Mitarbeiter zu
BenQ streicht 400 Stellen im Handy-Werk in Shanghai Garantie fĂĽr alle Handys von BenQ Mobile gesichert
BenQ-Mobile-Pleite belastet Elektronikbranche
SPD NRW: Siemens stiehlt sich aus Verantwortung fĂĽr BenQ-Mitarbeiter
Konzernumbau bei Siemens zeigt Wirkung
Siemens stellt erste BenQ-Mobile-Mitarbeiter ein Staatsanwaltschaft ermittelt gegen BenQ Mobile
BenQ-Spitze soll Finanzprobleme bei BenQ Mobile verschwiegen haben
Neue VorwĂĽrfe gegen Siemens nach BenQ-Mobile-Pleite
IG Metall drängt auf Lösung für BenQ-Auffanggesellschaften
Bericht: Auf der Siemens-Aufsichtsratsitzung droht ein Eklat Bericht: Bewegung bei Gesprächen über Zukunft von BenQ Mobile
160 Jobs weniger bei Servicegesellschaft von BenQ Mobile
Angst vor BenQ-Schicksal: Warnstreik bei Siemens Ă–sterreich
Pleite von BenQ Mobile kostet 120 Jobs bei Zulieferer Lumberg
BenQ Mobile räumt Probleme bei Kundenservice ein Siemens lehnt Aufstockung des Hilfsfonds für BenQ-Beschäftigte ab
"Alarmstufe Rot!" – Solidaritätsaktion für BenQ-Mitarbeiter
BenQ-Mobile-Zulieferer Balda trennt sich von 1000 Arbeitnehmern
Pleite von BenQ Mobile belastet auch Infineon
Mitarbeiter von BenQ Mobile hoffen auf Siemens-Jobs BenQ-Mobile-Insolvenz trifft Zulieferer
BenQ weiter auf der Verluststrecke
BenQ-Mobile-Betriebsrat pocht auf Vereinbarung mit Siemens
Ă–sterreichische BenQ Mobile CEE versucht Ausgleich
Einjährige Auffanglösung für Mitarbeiter von BenQ Mobile Stellen-Kahlschlag bei BenQ: Runder Tisch berät weiteres Vorgehen
Bürgermeister warnt vor "bayerischer Lösung" bei BenQ Mobile
1900 Menschen verlieren ihren Job bei BenQ Mobile
Schicksalstag fĂĽr BenQ-Mobile-Mitarbeiter
BenQ-Auszubildende können Lehre bei Siemens zu Ende führen BenQ-Absatz in Deutschland eingebrochen
BenQ Mobile hofft auf Zukunft als Auftragsentwickler
BenQ-Gespräche ohne konkrete Ergebnisse
Länderminister planen Spitzentreffen zu BenQ Mobile
BenQ-Beschäftigte bangen weiter um Jobs Bankenexperte: Siemens trägt Mitschuld an BenQ-Mobile-Pleite
Bei BenQ Mobile steht massiver Stellenabbau kurz bevor
Siemens richtet Jobbörse für BenQ-Mitarbeiter ein
Runder Tisch berät über Beschäftigungsgesellschaft für BenQ Mobile
Bericht: BenQ-Insolvenz zieht weitere Pleiten nach sich Siemens plant Beschäftigungsgesellschaft nach BenQ-Mobile-Pleite
Insolvenzverwalter: Rettung von BenQ Mobile scheitert nicht an Patenten
Siemens legt Zahlungen an BenQ auf Eis
BenQ Mobile weist Gerüchte über Aushöhlung zurück
Netzbetreiber stornieren Aufträge bei BenQ Mobile BenQ verteidigt Insolvenz der deutschen Handy-Tochter
IG Metall: BenQ-Nothilfefonds reicht nicht aus
Bayern will BenQ Mobile unterstĂĽtzen
Bericht: Siemens-Vorstand verzichtet auf 5 Millionen Euro
Siemens prĂĽft weitere Zahlungen an BenQ Produktion bei BenQ Mobile soll fortgesetzt werden
Auch BenQ-Mobile-Tochter Inservio insolvent
Gewerkschaft sieht in BenQ-Mobile-Insolvenz einen "schmutzigen Trick"
BenQ Mobile hat Insolvenzantrag gestellt
BenQ Mobile: IG Metall sieht Siemens in der Verantwortung
(dpa) /
BenQ Mobile hatte Ende September Insolvenzantrag gestellt. Von der Pleite der ehemaligen Siemens-Handysparte sind rund 3000 Beschäftigte in Deutschland betroffen. Dem Vernehmen nach sollen rund 400 von ihnen mittlerweile neue Jobs gefunden haben, davon rund 150 bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber Siemens. Die übrigen Mitarbeiter sollen in zwei Transfergesellschaften in Bayern und Nordrhein-Westfalen unterkommen, die zu einem großen Teil von Siemens finanziert werden.
Die Suche nach einem Investor für die Tochter des taiwanischen Elektronikkonzerns BenQ Corp. war in den vergangenen Wochen erfolglos geblieben. Es gebe aber noch eine "Resthoffnung", dass ein möglicher Käufer zumindest Teile des Geschäfts aus der Insolvenzmasse übernehme und weiterführe, sagte ein IG-Metall-Sprecher. Sicher werde er aber nicht allen verbliebenen Beschäftigten Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten bieten können.
Die taiwanische BenQ Corp. hatte das Unternehmen vor gut einem Jahr von Siemens übernommen und dafür von dem deutschen Elektrokonzern noch eine Mitgift von mehr als 400 Millionen Euro erhalten. Nach eigenen Angaben steckten die Taiwaner nochmals mehr als 800 Millionen Euro in die deutsche Tochter, die aber unter Marktanteilsverlusten und Umsatzeinbrüchen litt. Vor gut drei Monaten drehte die Mutter BenQ Mobile dann den Geldhahn zu und schickte das Unternehmen damit in die Pleite. Rund 2000 der ursprünglich rund 3000 Beschäftigten verloren dadurch unmittelbar ihre Jobs.
Insolvenzverwalter Prager will die Öffentlichkeit am morgigen Mittwoch bei einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand des Verfahrens informieren. Für insolvente Unternehmen gilt, dass sie mit der offiziellen Eröffnung des Verfahrens keine roten Zahlen mehr schreiben dürfen. Daher war in den vergangenen Wochen bereits befürchtet worden, dass Prager BenQ Mobile dichtmachen muss.
Nach Vorarbeiten in den vergangenen Wochen haben die beiden Transfergesellschaften zum Jahresbeginn offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Bei BenQ Mobile in München sind laut IG Metall derzeit nur noch einige Dutzend Beschäftigte mit der Abwicklung restlicher Aufgaben beschäftigt wie der Erstellung von Zeugnissen und dem Abschluss von Gehaltskonten.
Nach Informationen des Betriebsrates war zuletzt nur noch ein ernsthafter Interessent für die Reste von BenQ Mobile verblieben. Dabei soll es sich um eine Investorengruppe aus dem IT- und Halbleiterbereich handeln, die von einem Münchner Rechtsanwalt vertreten wird, hatte es geheißen. Ob aber tatsächlich wie erwartet in diesen Tagen ein konkretes Angebot auf den Tisch gelegt werde, sei unklar, hieß es am Dienstag in Gewerkschaftskreisen. Auch eine Sprecherin des Amtsgerichts München erklärte, es sei nicht ausgeschlossen, dass Interessenten auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Teile des Unternehmens aus der Insolvenzmasse herauskaufen.
Siehe dazu auch:
- Reparaturen von BenQ-Handys vorerst gesichert
- Insolvenzverfahren für BenQ Mobile muss eröffnet werden
- Um Mitternacht läuft die Uhr für BenQ Mobile ab
- Betriebsrat: Zwei ernsthafte Interessenten fĂĽr BenQ Mobile
- BenQ-Pleite: Mitarbeiter verklagen frĂĽheren Arbeitgeber Siemens