Studie: Gefahr durch Online-Identitätsdiebstahl wird überschätzt

Heikle persönliche Daten geraten immer noch öfter durch Verlust von Brieftaschen in falsche Hände als online, haben US-amerikanische Marktforscher herausgefunden.

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Die Entwendung heikler und sensibler persönlicher Informationen, auch Identitätsdiebstahl genannt, ist abseits des Internet immer noch weiter verbreitet als online. Das hat eine Studie der Marktforscher von Better Business Bureau und Javelin Strategy & Research ergeben. Von den registrierten Identitäts-Diebstählen in den USA gingen im vergangenen Jahr 11,6 Prozent auf "Computer Crime" zurück, also auf Manipulationen durch schädliche Software, Phishing oder bei Online-Transaktionen. Aber allein bei 30 Prozent der Vorfälle waren etwa verlorene oder gestohlene Brieftaschen die Ursache. Auch der durchschnittlich erlittene Schaden ist mit 551 US-Dollar online wesentlich geringer als die offline erschwindelten 4543 US-Dollar.

Außerdem geht aus der Studie hervor, dass Menschen, die ihre Geldgeschäfte online erledigen, eher einen Identitätsdiebstahl feststellen als jene, die nur monatlich einen Kontoauszug zugeschickt bekommen. Online sei es auch einfacher, den Zugang zu heiklen Informationen einzuschränken. Die Marktforscher schließen aus ihren Zahlen, dass die Angst vor Online-Betrug in einem schiefen Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr steht.

Die Anzahl der Opfer von Identitätsbetrug sei gegenüber 2003 von 10,1 Millionen auf 9,3 Millionen gefallen. Der Gesamtschaden sei mit 53 Milliarden US-Dollar etwa so hoch wie im Vorjahr gewesen. Die Hälfte der Vergehen gehe auf das Konto eines Familienmitglieds, Verwandten oder sonst eines nahen Bekannten der Opfer, heißt es weiter in der Studie. Völlig fremde Personen, die auch nicht an der gleichen Arbeitsstätte tätig sind, waren in 24 Prozent der Fälle die Täter. Die Studie beruht auf der telefonischen Befragung von 4000 Personen. (anw)