Philips zeigt lichtstarkes 3D-Display
Dank einer Softlinse leuchtet der autostereoskopische Monitor im 3D-Betrieb ebenso hell wie im 2D-Modus.
Dreidimensionale Bilder verlocken zum Hinschauen, vor allem, wenn sie auf sehr großen Schirmen präsentiert werden. Auch Philips weiß um diesen Effekt: Die Niederländer zeigen auf der Displaytechnik-Konferenz SID 3D-Displays mit 1,07 Metern Diagonale (42 Zoll), aus denen die Würfel nur so herauspurzeln. Die Schirme bieten wie alle autostereoskopischen Displays eine Ansicht für das linke Auge und eine leicht versetzte für das rechte, um so ohne weitere Sehhilfen einen räumlichen Eindruck zu schaffen. Philips hat in seinen Displays mit einem Linsenraster neun Blickpositionen realisiert, wodurch der Übergang zwischen den möglichen Positionen relativ flüssig ausfällt, wenn man sich vor dem Schirm bewegt.
Eines der 42-Zoll-Displays ist bereits seit einiger Zeit für 10.000 Euro zu haben, Zielgruppe sind professionelle Anwendungen, etwa für Kiosksysteme teurer Automarken. Das Display nutzt ein festes Linsenraster, kann aber dennoch in den 2D-Modus schalten, indem es den Bildinhalt entsprechend der Anordnung der Linsen neu verteilt und so den Streueffekt ausgleicht. Dabei bleibt natürlich einiges der hohen Displayauflösung (1920 × 1080, Full-HD) auf der Strecke, Texte oder Internetseiten sind aber dennoch gut lesbar.
Ohne Einbußen zwischen 3D und 2D kann man das zweite autostereoskopischen Display umschalten. Es benutzt ein zusätzliches, auf dem eigentlichen Display befindliches LCD. Dies ist an sich nichts wirklich Neues, für dreidimensionale Bilder erzeugt das zweite LCD aber nicht, wie sonst üblich, optische Barrieren für das rechte und linke Auge, sondern gleicht die Brechung eines auf dem Display befindlichen Linsenrasters aus. Der Vorteil: Trotz Umschalten auf 3D bleibt die Schirmhelligkeit konstant und sinkt nicht wie bei einer per LCD eingeblendeten Streifenbarriere auf die Hälfte ab. Noch befindet sich der ebenfalls hochauflösende 3D-Schirm mit Softlinse in der Entwicklung, die Ergebnisse sind aber schon jetzt beeindruckend.
In Sachen 3D sieht man bei Philips optimistisch in die Zukunft. So will man bereits in wenigen Jahren dreidimensionale Einblicke in das normale Fernsehprogramm ermöglichen. Dazu braucht es natürlich einen Philips-Fernseher – und eine Software, die aus einem Graubild mit Tiefeninformationen die passenden Ansichten für das rechte und linke Auge errechnet. Allerdings müssten die Fernsehsender diese Tiefeninformation zusammen mit dem eigentlichen Fernsehbild bereitstellen. (uk)