US-Behörde nimmt IBM-Lenovo-Deal genau unter die Lupe

Das für ausländische Investitionen in den USA zuständige Komitee CFIUS untersucht den geplanten Verkauf der IBM-PC-Sparte wegen möglicher Gefährdung der nationalen Sicherheit der USA.

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Von
  • Torge Löding

Das für ausländische Investitionen in den USA zuständige Komitee CFIUS (Committee on Foreign Investments in the United States) hat sich nach der Intervention einiger Mitglieder entschieden, den von IBM geplanten Verkauf der Mehrheitsanteile an seiner PC-Sparte an die chinesische Lenovo-Gruppe ganz genau unter die Lupe zu nehmen. "Es gibt möglicherweise Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit", zitiert das Wall Street Journal eine mit den Umständen vertraute Person.

Eine Untersuchung seitens des CFIUS gilt als selten und könnte zu einer ernsthaften Hürde für den Deal werden, mit dem IBM seine Profitabilität zu verbessern plant. Im schlechtesten Fall kann das Komitee dem Präsidenten empfehlen, die Transaktion zu verbieten; nach einem Gesetz von 1988 ist ihm das möglich, wenn er der Auffassung des CFIUS unter dem Vorsitz von John Snow folgt.

Drei Kongressabgeordnete hatten sich in einem Brief an Snow gewandt und ihre Befürchtung geäußert, dass hoch entwickelte US-Technologie in chinesischen Besitz geraten könne. Lenovo würde durch die Übernahme der IBM-Sparte für PCs und den Thinkpad-Laptop zum drittgrößten Computerhersteller der Welt aufsteigen und hätte Einfluss auf die Abteilung für Forschung und Entwicklung bei Big Blue. Die vom chinesischen Staat kontrollierte Chinese Academy of Sciences würde knapp 30 Prozent an Lenovo halten, IBM knapp 19 Prozent. Prekär sei insbesondere, dass IBM auch Aufträge von der US-Regierung habe, diese würden von Entscheidungen aus der Volkrepublik China überwacht oder beeinflusst werden können, befürchtet der republikanische US-Kongressabgeordnete Don Manzullo. (tol)