Zeitung lesen mit Kamera-Handys
Der Elektronikriese NEC hat zusammen mit einem japanischen Forschungslabor eine Software entwickelt, durch die sich Dokumente mit Kamera-Handys in Sekundenschnelle einlesen und in Text konvertieren lassen.
Der japanische Elektronikkonzern NEC hat zusammen mit dem Nara Institute of Science and Technology (NAIST) eine Scansoftware fĂĽr Kamera-Handys entwickelt, berichtet der New Scientist. Durch Vorbeiziehen der Handy-Kamera soll sich ein Dokument in Sekundenschnelle einlesen und in Text konvertieren lassen.
Dazu nimmt die Kamera während des Scanvorgangs zunächst Dutzende von Bildern auf. Die Software fügt diese dann intern zu einem Gesamtbild zusammen und rechnet eine eventuelle Verzerrung durch die Seitenkrümmung heraus. Angeblich funktionert das Einscannen einer DIN-A4-Seite mit einem 1-Megapixel-Kamera-Handy bereits aus 15 Zentimetern Entfernung in drei bis fünf Sekunden, wobei 21 bis 35 Bilder anfallen.
Möglich mache das Verfahren erst die in einigen Handys der neuesten Generation integrierte einfache Texterkennungs-Software (OCR), heißt es in dem Bericht. Eventuell entstehende Urheberrechtsprobleme wollen NEC und das NAIST dadurch umgehen, dass das Handy beim Scannen einen nicht abschaltbaren Pfeifton von sich gibt. Wer also am Kiosk Zeitungen oder Bücher abkupfert, wie es Pendler in Japan bereits vormachen, kann sich zumindest der vollen Aufmerksamkeit des Ladenbesitzers gewiss sein. Laut Nikkei Business Daily vergehen aber noch mindestens drei Jahre bis zur Marktreife. (mhe)