Strafanzeige wegen Telefonauskunft der Telekom
Der Telefonauskunftanbieter Telegate schlägt eine härtere Gangart an: Ein ehemaliger Großaktionär hat eine Strafanzeige gegen die Telekom eingereicht – wegen Wucher, Erpressung und schweren Betrugs.
Ein ehemaliger Telegate-Großaktionär hat in Bonn eine Strafanzeige gegen die Deutsche Telekom eingereicht. Klaus Harisch wirft dem Konzern Wucher, Erpressung und schweren Betrug vor. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner kommenden Ausgabe. Konkret geht es um die Preise, zu denen die Telekom ihre Telefonverzeichnisse an Drittanbieter wie Telegate angeboten hatte – ein Thema, das schon seit Jahren für juristischen Zoff sorgt. Telegate war vor einem Jahr so weit gegangen, die Zahlungen an die Telekom auszusetzen.
Das Bundeskartellamt hat die von der Telekom vorgegebenen Kosten zweimal kritisiert, zuletzt vor drei Jahren. Die Bundesnetzagentur erklärte die Datentarife im August 2005 für missbräuchlich und unwirksam. Seitdem darf die Telekom für ihre Daten nur noch einen Bruchteil verlangen: Die ursprünglichen Forderungen beliefen sich auf 49 Millionen Euro, derzeit sind es nur noch insgesamt 770 000 Euro pro Jahr. Jetzt fordern die Telefonauskunftbetreiber in über 30 Prozessen etwa 100 Millionen Euro von der Telekom. Telegate klagt zudem auf Schadensersatz, dem Spiegel zufolge in Höhe von 400 Millionen Euro. (ghi)