Mini-Barebones und Wohnzimmer-PCs
Kleine schicke PCs zum Selbstkomplettieren und zumindest von Format her wohnzimmertaugliche PCs gab es auf der Computex reichlich zu sehen – allein, wirklich neu waren nur wenige der gezeigten Geräte.
Mini-Barebones und Wohnzimmer-PCs, so weit das Auge reicht. Viele durchaus schicke kleine Kistchen gabs tatsächlich auf der Computex, doch die meisten ausgestellten Geräte wurden bereits auf der CeBIT präsentiert. Immerhin, so beteuerten die Aussteller, seien die "alten" CeBIT-Neuheiten jetzt marktreif. Die Antwort auf die Frage, wann man die schicken Winzlinge endlich auch in Deutschland kaufen kann, blieb jedoch so mancher Hersteller schuldig.
Mit gutem Beispiel voran geht immerhin Marktführer Shuttle: Das brandneue XPC-Modell SN27P2 für AMD-Prozessoren mit Sockel AM2 und Nvidia-Chipsatz (nForce 570 Ultra MCP) fand bereits den Weg in die c't-Redaktion. Ein Test findet sich in Ausgabe 13/06 (seit dem heutigen Montag im Handel) ab Seite 85. Das Gerät soll am Juni über die üblichen Vertriebswege zu haben sein. Der SK22G2, ebenfalls ein Mini-Barebone im gleichen Gehäuse für AM2-Prozessoren, jedoch mit VIAs K8M890C-Chipsatz und integrierter Grafik, war allerdings noch so frisch, dass seine technischen Daten bislang noch nicht den Weg auf die Shuttle-Webseite geschafft haben.
Deutlich mehr erfährt man über den "Zwerg-PC mit Dual-Core-Power", wie Shuttle den XPC Mini X100 tituliert. Der nur 210 × 299 × 535 mm3 große PC mit Intels Core-Duo-Mobilprozessor (T2400, 1,83 GHz) und 945PM-Chipsatz wird allerdings nur als Komplettsystem ausgeliefert und ist obendrein auch keine echte Computex-Neuheit. Dennoch ist der Winzling ein interessanter neuer Mitbewerber in der "Mac-mini-Liga", in der ja inzwischen auch Aopen mit einem Core-Duo-Modell (MP945 VXR) mitspielt.
Auch nur als komplett bestücktes System zu haben ist Shuttles Wohnzimmer-PC M2000, der ebenfalls bereits auf der CeBIT Premiere feierte. Das nur 44 cm breite Gerät mit wechselbarer Festplatte nutzt ebenfalls Intels Core Duo, soll aber auch mit dem preisgünstigeren Core Solo zu haben sein.
Nicht gerade ein klassischer Mini-PC ist der XPC SS31T. Shuttle visiert mit diesem Gerät nicht den typischen Heimanwender an, sondern will sich damit einen Platz im Büro erobern. Der 31 cm hohe Mini-Tower ist deutlich kompakter als handelsübliche Geräte und nutzt ein Board im Nano-BTX-Format mit SiS-Chipsatz (SiS 662 + 966L) mit integrierter Grafik. Der SS31T eignet sich für Intel-Prozessoren mit Sockel 775 und soll besonders günstig zu haben sein.
Ebenfalls eher fürs Büro als für den Heimanwender ist der Axis 945GM von MSI gedacht. Dieses Mini-Barebone im Buchformat (300  × 72 × 363 mm³) nutzt Intels 945GM-Chipsatz und eignet sich laut MSI für Core-Duo-, Core-Solo- und Celeron-M-Prozessoren. Die integrierte Grafik besitzt sowohl einen VGA- als auch einen DVI-I-Ausgang. Die Schnittstellenausstattung entspricht, abgesehen von den zwei vorhandenen GBit-LAN-Ports und den zwei RS-232-Ports, dem Üblichen: 6 × USB 2.0, 2 × Firewire, Headset und 5.1-Sound. Für Erweiterungskarten steht ein via Riser-Card mit dem Board (MA-6417) verbundener PCI-Slot zur Verfügung. Der optional erhältliche Card-Reader passt jedoch weniger zu einem typischen Office-PC.
Äußerlich wirklich nicht als Computex-Neuheit zu identifizieren war der iDEQ 250N von Biostar. Das eher langweilige Gehäuse der 200er-Serie verwendet der Hersteller bereits seit Ewigkeiten. Interessanter ist da schon das Innenleben: Laut Biostar soll der iDEQ 250N eines der ersten Geräte sein, das der "AMD Live!"-Spezifikation entspricht. Allzu viele technische Details verriet Biostar allerdings nicht: Rund um den AM2-Sockel für AMDs aktuelle Athlon64-Prozessoren findet sich noch nVidias nForce-6100-Chipsatz. Die Kühlung des Systems erfolgt – soweit das am ausgestellten Gerät feststellbar war – noch mit der gleichen Konstruktion wie bei den bereits bekannten iDEQ-Modellen für Athlon64-Prozessoren. Am eher durchschnittlich lauten Betriebsgeräusch dürfte sich damit kaum etwas ändern.
Elitegroup zeigte auf der Computex gleich zwei neue Wohnzimmer-PC-Modelle: Der EOR2 getaufte Rechner ist ein eher typischer Vertreter dieser Gattung. Er arbeitet mit Intels Pentium-4-Prozessoren, ist "natürlich" Viiv-kompatibel, liefert TV-Bilder im 720p und 1080i-Format und kann mit allen gängigen TV-Empfangsarten umgehen. Streaming, so verspricht Elitegroup, soll via GBit-LAN oder WLAN (mini-PCI, 802.11 a/b/g) möglich sein, ein 7.1-Sound-Interface mit Digitalausgängen für den richtigen Klang sorgen. Den mittleren Lärmpegel gibt ECS mit 24 dBA an, unter Vollast begnügt sich der EOR2 angeblich mit einem Lärmpegel von 30 dBA.
Wahlweise waagerecht auf dem Tisch oder senkrecht an der Wand soll man das zweite Home Entertainment System platzieren. Es hört auf den Namen EKT uns ist für Intels Core-2-Duo-Prozessoren ausgelegt. Die übrigen von Elitegroup bislang bekannt gegebenen technischen Daten entsprechen denen des EOR2. (gs)