Ericsson eröffnet Forschungszentrum in Nürnberg
Am neuen Entwicklungsstandort sollen bis Jahresende 70 neue Jobs entstehen. Schwerpunkt des Labors sind Entwicklung und Tests von Plattformen für neue Endgeräte.
Der Netzwerk- und Mobilfunkausrüster Ericsson eröffnet zum 1. Oktober 2005 in Nürnberg einen neuen Entwicklungsstandort für Endgeräte-Prototypen. Bis Ende des Jahres sollen dort über 70 neue Stellen entstehen. Gegenüber heise online erklärte Ericsson-Sprecher Lars Bayer, dass die bestehenden deutschen Entwicklungszentren in der Region Herzogenrath/Aachen mit ihren rund 800 Mitarbeitern von der Nürnberger Neugründung nicht betroffen seien und auch keine Arbeitsplätze von dort verlagert würden. Nürnberg beherbergte bereits früher ein Ericsson-Labor. Im September 2002 Jahren waren dort noch 350 Mitarbeiter beschäftigt, als dessen Schließung bis Ende 2003 angekündigt wurde.
Der Forschungsschwerpunkt in der Region Aachen liegt auf den Core-Netzwerken, das heißt den leitungsgebundenen Netzen, die Sprache und Daten zwischen den Mobilfunk-Basistationen transportieren und die Schnittstelle zwischen Mobilfunknetz und externen Telefon- und Datennetzen bilden. Im neuen Nürnberger Labor soll hingegen die Forschung mit Handy-Prototypen im Vordergrund stehen, um neu entwickelte Mobilfunk-Applikationen auf ihre Lauffähigkeit zu testen und ihr Zusammenspiel mit der Mobilfunkinfrastruktur zu optimieren. Die neue Forschungs- und Entwicklungsabteilung gehört zum Unternehmensbereich Ericsson Mobile Platforms.
Auch nach der Ausgliederung der Handysparte in das Joint-Venture SonyEricsson stellt die schwedische Telefonaktiebolaget LM Ericsson weiterhin diejenigen Chipsätze selbst her, die zentrale Handy-Funktionen wie die Sende- und Empfangseinheit oder die Speicherverwaltung übernehmen. Abnehmer der Plattformen sind nach Angaben der Schweden neben SonyEricsson auch die unabhängigen Endgerätehersteller NEC, LG Electronics, Sharp und TCL Mobile Communications.
Bei Plattformen für UMTS sieht sich Ericsson als Marktführer mit einem Anteil von 30 Prozent. Konkurrenten im Geschäft mit Chipsätzen für Handys sind Hersteller wie Qualcomm und Infineon. (ssu)