Mobilfunk-Studie: Konsumenten wünschen sich längere Akkulaufzeiten
Bei Deutschen steht integrierte GPS-Navigation oben auf der Wunschliste. Nationenübergreifend wünschen sich Handybesitzer mindestens zwei Tage Akkulaufzeit bei aktiver Nutzung.
"Zwei Tage Akkulaufzeit während aktiver Nutzung des Handys" -- diese Erwartung an ihr nächstes Mobilfunkgerät eint Handynutzer über Ländergrenzen hinweg. Aus Sorge, plötzlich mit lerem Akku ohne Mobilfunk-Verbindung dazustehen, verzichten etliche Nutzer auf das Musikhören oder Spielen per Handy. Bei deutschen Konsumenten steht außerdem eine ins Handy integrierte GPS-Navigation oben auf der Wunschliste. Dies sind Ergebnisse der Studie Global Tech Insight 2005, für die die Meinungsforscher von TNS Infratest in 15 Ländern insgesamt 6800 Personen im Alter von 16 bis 49 Jahren befragt haben, die mindestens ein Mobilfunktelefon, einen PDA oder einen Laptop besitzen und jede Woche auf das Internet zugreifen.
Die Handy-Kamera wird -- ebenfalls länderübergreifend -- schon heute häufig genutzt: 59 Prozent der Besitzer eines Foto-Handys verwenden diese Funktion mindestens einmal wöchentlich. Am häufigsten kommen Foto-Handys in Frankreich, Korea und in Großbritannien zum Einsatz. Hier fotografieren fast ein Viertel der Befragten täglich. Dagegen wird auf die Kamerafunktion in PDAs weniger häufig zurückgegriffen. Nur 46 Prozent der PDA-Besitzer, deren PDA mit einer Kamera ausgestattet ist, fotografieren damit mindestens einmal pro Woche.
Beim MMS-Versand gehen die Meinungen der Konsumenten auseinander: 46 Prozent der befragten Handy-Besitzer bestätigen, dass sie Bilder und Fotos über MMS versenden, während 23 Prozent diese Funktion für das Übertragen von Video- oder Audio-Clips nutzen. Das Versenden von Fotos und Bildern über MMS ist die häufigste Anwendung der Handy-Nutzer in Japan (80 Prozent), Frankreich (68 Prozent), Korea (66 Prozent) und Großbritannien (65 Prozent). Als Hauptgrund für eine mangelnde MMS-Akzeptanz werden "zu hohe Gebühren" angeführt (46 Prozent der Handy-Nutzer), während 22 Prozent von ihnen meinen, dass die "Qualität der Fotos und Videos" unzureichend ist und 15 Prozent glauben, dass es Interoperabilitätsprobleme gibt. Für die Gruppe der Laptop-Nutzer stellt die Studie auch Unterschiede zwischen Westeuropa und den sich entwickelnden Märkten heraus. Die Menschen dort nutzen die Möglichkeit zur Internet-Telefonie weitaus häufiger als Laptop-Besitzer in den entwickelten Märkten: In Brasilien, Indien und Russland telefonieren 44 Prozent, 30 Prozent beziehungsweise 22 Prozent der Laptop-Besitzer mit VoIP über das Internet, verglichen mit jeweils nur zwei Prozent in Japan und den Niederlanden.
Die Forscher erklären die hohe Populärität mobiler Internetverbindungen damit, dass zahlreiche Nutzer keinen zusätzlichen Desktop-PC zu Hause haben. VoIP-Telefonie mit Laptop werde durch zu hohe Preise für Festnetz- und Mobilfunkdienste getrieben. Für die Service-Provider und Gerätehersteller komme es darauf an, zu begreifen, dass sie nicht alle Erfahrungen aus den entwickelten Märkten auf die Schwellenländer übertragen könnten. Deren Konsumenten könnten durchaus abweichende Anforderungen hegen und die sich entwickelnden Märkte ihren eigenen Weg des Wachstums beschreiten.
Die Umfrage wurde zwischen Juni und August in den folgenden Ländern durchgeführt: Australien, Brasilien (Ballungsgebiete), China (Ballungsgebiete), Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Indien (Ballungsgebiete), Japan, Korea, Neuseeland, Niederlande, Russland (Ballungsgebiete), Schweden und den USA. (ssu)