Eigene IPTV- und DVB-Boxen für Inhalte-Anbieter mit Fan-Gemeinde
Micronas will Fußballclubs, Eishockey-Mannschaften und andere Organisationen mit Fan-Gemeinde dazu bringen, eigene Decoder-Boxen zu bauen. So sollen sie von etablierten Kabelnetz- und Mobilfunkbetreibern ebenso wie von TV-Sendern unabhängig werden.
Warum auf Kabel- oder Satellitensender warten, wenn man auch selbst senden kann? Die Schweizer Chip-Schmiede Micronas will Fußballclubs, Eishockey-Mannschaften und andere Organisationen mit Fan-Gemeinde dazu bringen, eigene Decoder-Boxen zu bauen.
Micronas hat Referenz-Designs und Entwickler-Kits für die Konstruktion von Settop-Boxen vorbereitet, die sowohl IP-basierte Videoübertragungen (IPTV) als auch Mobilfunk-Sendungen in verschiedenen DVB-Standards empfangen können. Die Herstellung soll für unter 100 Dollar machbar sein und kleineren Content-Anbietern einen eigenen Kanal zu ihrer Zuschauergemeinde bieten – ohne regionale Begrenzungen.
Fußballclubs der zweiten und dritten englischen Liga beispielsweise böten solche Boxen auf Mietbasis inklusive Abonnement bereits an, sagte Micronas-Chef Rainer Hoffmann auf der Unterhaltungselektronikmesse CES. Eishockey-Clubs in der Schweiz hätten ebenfalls mit solchen Angeboten für ihre Fans begonnen. Und auch ein russischer Nachrichten- und Kultursender erreiche seine russisch-sprachigen Zuschauer in den USA auf diesem Weg, berichtet Hoffmann. Micronas will mit seinem Entwickler-Kit in den USA nun gezielt weitere Anbieter von Nischeninhalten ansprechen, die in den etablierten elektronischen Medien nicht zu sehen sind. (Erich Bonnert) / (jk)