IPv4-Adressen im Angebot
Ein Broker bietet seit einigen Tagen über die Mailingliste der Netzwerkbetreiber in Nordamerika (Nanog) drei /20-Blöcke an. Eine Adresse soll 11,25 US-Dollar kosten.
Ein Broker bietet seit einigen Tagen über die Mailingliste der Netzwerkbetreiber in Nordamerika (Nanog) drei /20-Blöcke IPv4-Adressen an (12.288 IP-Adressen). Eine Adresse soll 11,25 US-Dollar kosten, teilte der Händler heise online mit. So viel hatte beispielsweise Microsoft im Frühjahr bezahlt.
John Curran, Chef der IP-Adressvergabestelle American Registry for Internet Numbers (ARIN), merkte dazu an, dass seine Stelle zunächst den Bedarf des Käufers feststellt. Wer dabei betrügerische Angaben mache, riskiere, dass die Adressstelle die IP-Adressen einziehe. Das gelte auch in diesem Fall, in dem die Reste der Firma North American Corporation verkauft werden sollen. Die Zahl derartiger Deals werde weiter zunehmen, sobald die ARIN keine IPv4-Adressen mehr vergeben könne, so Curran gegenüber heise online.
Die ARIN verfügt über den größten Pool freier Adressen. Laut einer Kalkulation von Geoff Huston, Chefwissenschaftler der Registry Asia Pacific Network Information Centre (APNIC), die keine IPv4-Adressen mehr hat, könnte der ARIN-Vorrat noch bis Anfang 2014 reichen. Das Réseaux IP Européens (RIPE) hat demgegenüber den kleinsten verbleibenden Vorrat. Laut Hustons Hochrechnung wird das RIPE NCC am 25. Februar 2012 die letzte IPv4-Adresse vergeben; das ist optimistischer geschätzt als vom RIPE selbst.
Auch in Europa stehen Makler wie TradeIPv4 in Berlin bereit. Eine ARIN-Adresse bietet er für fast das Doppelte einer RIPE-Adresse an (7,50 gegenüber 4 US Dollar). Angesichts des bei der ARIN noch vorhandenen "größeren Angebots" ist das verwunderlich. (anw)