Online-Spiele legen kräftig zu
Der Umsatz mit Online-Titeln dürfte laut PriceWaterhouseCoopers dieses Jahr 300 Millionen Euro erreichen. Auch die Verbände BIU und Bitkom haben anlässlich der Gamescom nächste Woche Statistiken vorgelegt.
Das Internet krempelt die Spielebranche um: Der Umsatz mit Online-Titeln wird voraussichtlich dieses Jahr kräftig zulegen und dürfte 300 Millionen Euro erreichen. Das geht aus einer Prognose der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) vor, die der dpa vorliegt. Der Gesamtmarkt wächst demnach um rund 3,7 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro. Die wichtigste Umsatzsäule bleiben der Studie zufolge aber weiter Konsolen- und PC-Spiele.
Bei den Online-Spielen berücksichtigt PwC Einnahmen aus Abos – etwa in Titeln wie World of Warcraft – und den Verkauf virtueller Güter und zusätzlicher Inhalte. Bis 2015 werde dieses Segment jährlich um rund 10 Prozent auf 450 Millionen Euro wachsen.
Das Brot- und Butter-Geschäft der Branche liefern nach wie vor stationäre Geräte. Der Umsatz mit Konsolenspielen werde 2011 auf 1,14 Milliarden Euro zulegen (plus 2,7 Prozent). PC-Titel steuern 438 Millionen Euro bei. PwC legt bei seiner Prognose die Zahlen verschiedener Branchenverbände zugrunde.
Eine ähnliche Tendenz ergibt sich aus der Halbjahresbilanz des BIU auf, die der Verband der Spielebranche am Dienstag vorgestellt hatte. Demnach stieg der Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Prozent auf 793 Millionen Euro. Rund ein Viertel (26 Prozent) resultierte aus dem Online-Spielegeschäft. Die Zahlen basieren auf einer repräsentativen Befragung von 25.000 Bundesbürgern durch die GfK-Marktforscher sowie einer BIU-Hochrechnung.
Den heutigen Zahlenreigen anlässlich der nächste Woche anstehenden Messe Gamescom ergänzt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien mit einer Umfrage unter 1700 deutschsprachigen Personen im Alter ab 14 Jahre. Demnach ist jeder Dritte ein "Gamer", von diesen wiederum daddelten zwei Drittel täglich.
29 Prozent der Frauen spielen laut dieser von Aris angefertigten Umfrage gegenüber 34 Prozent bei den Männern. Knapp 73 Prozent der 14- bis 29-Jährigen spielen Computer- und Videospiele, 15 Prozent der Menschen zwischen 50 und 64 Jahren und 5 Prozent der über 65-Jährigen. Am beliebtesten sind bei den Frauen Denk-, Strategie- sowie Managementspiele und bei den Männern eher Actionspiele. (mit Material von dpa) / (anw)