Motorola-CEO: Handy ist ein Ausdruck der mobilen Persönlichkeit
Auf seiner CES-Eröffnungsrede stellte Motorola-CEO unter anderem das neue Handy-Modell Motorizr Z6 vor, auf das sich Musiktitel dank USB 2.0 besonders schnell vom Windows Media Player herunterladen lassen.
Auf seiner Eröffnungs-Keynote zur in Las Vegas stattfindenden Unterhaltungselektronikmesse CES versuchte Ed Zander, CEO und Vorsitzender von Motorola, dem anwesenden Publikum erst einmal vor Augen zu führen, welche Verbreitung Handys heute bereits erlangt haben: Auf der Welt würden zurzeit jede Sekunde vier Menschen geboren, aber 25 Handys verkauft.
Folglich hat die Handy-Industrie weiterhin gute Chancen, dass sie eines Tages die ganze Erdbevölkerung mit Mobiltelefonen ausgestattet hat. Bislang sollen immerhin bereits 2 Milliarden Handys an den Mann und die Frau gebracht worden sein – eine enorme Zahl im Vergleich zu den gerade einmal 1,5 Milliarden Fernsehern, 820 Millionen PCs, 190 Millionen Gameboy, über 100 Millionen MP3-Spielern und 50 Millionen PDAs. Man könne sich kaum vorstellen, meinte Zander, bis in welche Ecken des Erdballs das Handy bereits vorgedrungen sei. Auch in Nigeria, Sambia und Senegal sei der Einsatz des Handys heute eine Selbstverständlichkeit.
Was das alles direkt mit Motorola und Ed Zander zu tun hat? Immerhin soviel, dass laut Zander die mit Icons versehene Oberfläche der Handys seines Unternehmens auch von Menschen verstanden würden, die nicht Lesen können. Und es erklärte auch, warum der CEO mit einem Fahrrad auf die Bühne fuhr: Heute sei es möglich, Motorola-Handys mit einem Fahrrad-Dynamo zu laden, erklärte Zander. Und damit könnten die Geräte auch eingesetzt werden, wo es mit der Stromversorgung noch hapere. Immerhin, unterstrich der Motorola-Chef, würden alleine in China 500 Millionen Menschen mit dem Fahrrad fahren.
Allerdings ist das Handy für Motorola nicht länger ein Gerät, sondern ein Ausdruck der eigenen, mobilen Persönlichkeit. Daher sei laut Zander nun die Zeit gekommen, das Internet zu kontrollieren. Übertragen auf das Handy bedeutet dies den Einsatz des überarbeiteten Mobil-Clients "Yahoo! Go" des bekannten Portalbetreibers, der auf der Messe in einer überarbeiteten Version präsentiert wird. Besonders begeistert zeigte sich Zander dabei von der Suchfunktion des Dienstes, der zum Suchbegriff passende Zusatzinformationen auflistet: So bekommt man beispielsweise bei der Eingabe von "Microsoft" neben der Firmenwebsite auch das Börsenkürzel, News zur Firma und Fotos angeboten und bei der Suche nach US-Sportmannschaften die letzten Resultate. Künftig soll die Java-Applikation auf Motorola-Handys vorinstalliert sein.
Zander hob weiterhin hervor, dass mittlerweile weltweit eine halbe Milliarde Handys mit MP3-Funktion ausgeliefert worden seien, die etwa fünffache Menge von MP3-Playern. Als Reaktion auf den Musikplayer-Trend bei Mobiltelefonen will Motorola noch in der ersten Hälfte 2007 das Modell Motorizr Z6 ausliefern, dass dank USB-2.0-Schnittstelle besonders schnell Musikdateien entgegennehmen kann. Als Vermittler zur PC-Welt tritt dabei Microsofts Windows Media Player auf, die für die Übertragung DRM-geschützter Titel notwenigen Mechanismen der Redmonder soll das Handy beherrschen.
Aber auch in der Business-Welt will sich Motorola durchsetzen. Neue Speerspitze des Unternehmens ist dabei der gerade erst erworbene Blackberry-Konkurrent Good, der seine Produkte für das Motorola-Q demonstrierte. Dazu gehörte etwa ein Pocket-Outlook-Ersatz mit Kalender, der in Echtzeit mit dem Kalender im Büro synchronisiert wird. Besonders hob Zander in diesem Zusammenhang auch das Thema Sicherheit hervor und ließ sich von Danny Shader, Vizepräsident von Good, bestätigen, dass alle Datenübertragungen verschlüsselt abliefen. Shader gab auch an, dass man die Daten auf einem verlorenen und gestohlenen Motorola-Q aus der Ferne auf Knopfdruck löschen könne.
Zum Abschluß der Keynote ließ sich Ed Zander dann noch einmal zeigen, wie man ein Motorola-Handy zur Fernprogrammierung des heimischen digitalen Videorecorders nutzen kann. Ob nun alle Kunden es so toll finden, dass sie in Zukunft auch Werbung für kommende Fernsehsendungen aufs Handy geschickt bekommen sollen, die nach ihren persönlichen Präferenzen generiert werden, bleibt indes abzuwarten. Bis dieser Service in Entwicklungsländern eingeführt wird, dürfte es aber auf jeden Fall wohl noch etwas dauern. (nij)