Themenmolekül: Antischwerkräfte

Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Heute unter anderem mit einem kosmischen Klamottenchaos, Krach!-Wumms!-Wissenschaft und einem wundervoll illustrierten Rant.

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Von
  • Peter Glaser

Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Heute unter anderem mit einem kosmischen Klamottenchaos, Krach!-Wumms!-Wissenschaft und einem wundervoll illustrierten Rant.

Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informations-Atome, die sich im Lauf der Zeit zu Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen.

Die tolle Tiefe des Raums: Zu den Highlights aus dem Fotostream des Marshall Space Flight Center der NASA und des Smithsonian Astrophysical Observatory gehören die Aufnahmen des nach dem Astronomen Subrahmanyan Chandrasekhar benannten Röntgenteleskops Chandra, von denen es hier und hier schöne Zusammenstellungen gibt. Das seit Juli 1999 im Orbit kreisende Teleskop liefert um das 25-fache schärfere Bilder als die verfügbaren Röntgenteleskope zuvor.

Der singende Evolutionsschub: Eine Lehrer-Band mit dem ansprechenden Namen "Brighter Lights, Thicker Glasses" hat, um ihren Studenten das Lernen angenehmer zu gestalten, einen Song über die kambrische Explosion komponiert, der in diesem Video zu bestaunen ist.

Schädelschmuck, am Schädel festzumachen: "A Glimpse Inside" nennt die Etsy-Userin outofthepinksky ihre Ohrring-Kreation, auf der die verkleinerte Reproduktion einer Magnetresonanztomographie (MRT) ihres Schädels zu sehen ist. Der Grund dafür: "Ich brauchte die MRT ohnehin und: Ich habe, in Übereinstimmung mit dem Gesetz, die Erlaubnis, das Bild zu benutzen. Es freut mich zu sagen, dass die Aufnahme nichts Ungewöhnliches zeigt." Tolle Geschenkidee, beispielsweise für einen Neurologen.

Antischwerkraft I: Leben und Schweben - Was indische Yogis angeblich seit Jahrhunderten praktizieren: Der Trick mit der Levitation in enthüllter Form. (Das wär doch eine Idee für Ikea). Bonus: Die erstaunlichen Schwebe-Performances des Berliner Künstlers Johann Lorbeer, der nach einem ganz ähnlichen Prinzip vorgeht.

Kosmisches Klamottenchaos: Astronomiefreunde wird es vielleicht etwas irritieren - Der schwedische Bekleidungsanbieter Via Snella hat unter anderem einen nachtblauen Pullover im Programm, der zwar "Orion" heißt, auf dem jedoch die Sternbilder Waage, das Haar der Berenike und der Große Wagen eingewebt sind.

Plopp! In diesem Video ist zu erfahren, wie man mit Hilfe einer Ultraviolett-LED eine chemische Reaktion auslösen kann, die dazu führt, dass ein Korken quer durch ein Auditorium geschossen wird. Krach! Wumms! Wissenschaft, wie sie richtig Spaß macht. Don't try this at home.

Damals, als es sogar für Mädchen im Mini noch cool war, in Labors rumzuhängen: Gilligan drüben bei My Retrospace läßt zu seiner Befürchtung, Wissenschaft sei in Amerika zum Untergang verurteilt, einen wundervoll illustrierten Rant ab.

Dem Fotografen James Friedman verdanken wir eine Auswahl von Bildern, die an mikroskopische Querschnitte oder angeschliffene Opale erinnern, farbenprächtig und vielfältig strukturiert. In Wirklichkeit handelt es sih bei den ansprechenden Texturen um - durchgeschnittene Golfbälle. Die wissenschaftsmäßige Anmutung der Fotos kommt großartig rüber. Friedman weist, by the way, darauf hin, dass er kein Golfspieler ist.

In einer beeindruckenden Slideshow gibt die New York Times eine Überschau über eine Ausstellung des American Museum of Natural History, in der unter dem Titel "Picturing Science" großformatige Fotos die schönsten Formen von Erkenntnisgewinn zeigen.

Antischwerkraft II: Suprafluides Helium zeigt Eigenschaften, die eigentlich unmöglich zu sein scheinen. So bewegt sich die bemerkenswerte Flüssigkeit, deren sonderbare Charakteristik in den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt wurde, anscheinend ungeachtet der Schwerkraft. Hier noch die Hochgeschwindigkeitsaufnahme eines 1,34 Grad Kelvin kalten, suprafluiden Tropfens, erstellt an der University of California in Irvine.

Aus den Schatzkammern des wissenschaftlichen Illustrierens: Die Anatomie des Isopoden Aega psora, einer parasitischen Spezies, die in den Kiemen von Fischen lebt. (Aus Jørgen Matthias Christian Schiødtes Buch "Krebsdyrenes sugemund" von 1866.) (bsc)