Sun möchte Börse für Rechenzeit etablieren

Im Rahmen der vor einigen Tagen bekannt gegebenen Grid-Offensive möchte Sun zusammen mit Archipelago Mitte des Jahres eine Börse etablieren, bei der man flexibel Rechenzeit in Grids erwerben kann.

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Im Rahmen der vor einigen Tagen bekannt gegebenen Grid-Offensive möchte Sun zusammen mit Archipelago Mitte des Jahres eine Börse etablieren, bei der man Rechenzeit in Grids erwerben oder verkaufen kann. Das soll Unternehmen eine einfache und flexible An- und Vermietung von Rechenzeit erlauben, deren Preis dann von Angebot und Nachfrage abhängt. In Suns eigenen Grid-Projekt will das Unternehmen CPU-Zyklen in Grids zu Festpreisen von einem Dollar pro Prozessorstunde anbieten.

Archipelago betreibt eine elektronische Aktienbörse in den Vereinigten Staaten. Die Erfahrungen in diesem Bereich und etablierte Software sollen der neuen Börse zugute kommen. Im Moment ist nur Sun als Anbieter von Rechenzeit vorgesehen, die Unternehmen gehen jedoch davon aus, dass später andere Mitbewerber hinzustoßen.

Ob der Markt dies Angebot annimmt, bleibt fraglich: Zwar entwickeln sich rund um Grid-Computing immer mehr Standards, die den Betrieb und die Nutzung von Grids vereinfachen sollen, vieles befindet sich hier jedoch noch im Entwicklung. Auch die unterschiedlichen Hardwareplattformen und Betriebssysteme stellen Hürden in den Weg. Zudem dürften viele Firmen auch nicht dran interessiert sein, sensible Daten an Grid-Dienstleister abzugeben. Und auch die Berechnung von CPU-Stunden ist nur schwer zu bewerkstelligen: Hier müsste sich die Industrie erst auf einheitliche Benchmarks einigen, sodass man die Rechenleistung der unterschiedlich leistungsfähigen Prozessoren relativieren kann. (thl)