Frankfurter Flughafen setzt auf RFID-Einsatz für Wartungszwecke
RFID-Anwendungsbeispiele wie Gepäckstück-Lokalisierung und -Identifizierung ordnet der Fraport-CIO momentan noch dem "Hype um RFID" zu.
Die Betriebsgesellschaft des Frankfurter Flughafens, die Fraport AG, setzt wie der Lebensmittelkonzern Metro auf RFID als Werkzeug für die Prozessoptimierung. Zum Einsatz kommt RFID bereits bei der Wartung von Brandschutzklappen. Auf der Handelsblatt-Veranstaltung "Strategisches IT-Management" stellte Fraport-CIO Roland Krieg die möglichen Einsatzgebiete von RFID-Technik am Flughafen vor: So können unter anderem die Barcodes bei der Identifizierung von Gepäckstücken abgelöst, Gepäckwägen in den Terminals verfolgt oder auch Frachttransportbehälter lokalisiert werden. Schließlich sei auch denkbar, Sicherheitsanlagen mit Hilfe von RFID effizienter zu warten.
Diese in der öffentlichen Diskussion thematisierten Anwendungsbeispiele ordnet Krieg jedoch momentan noch dem Hype rund um RFID zu. So sei die Lokalisierung von Frachttransportbehältern technisch noch nicht praktikabel. Die Verfolgung der Gepäckwagen in den Terminals sei weder wirtschaftlich sinnvoll noch technisch ausgereift. Die Ablösung der Barcodes bei der Identifizierung von Gepäckstücken hält Krieg nur dann für sinnvoll, wenn alle großen Airlines sich darauf einließen. Allerdings fehlten hierfür noch weltweite Standards. Akut sieht er hier zudem keinen Handlungsbedarf, da die bisherige Barcode-Lösung zufriedenstellend arbeite.
Die Wartung der rund 22.000 Brandschutzklappen am Flughafen Frankfurt sei jedoch bereits ein voller Erfolg. Der Gesetzgeber hat die Wartung mit langjähriger Nachweispflicht belegt. Laut Krieg ergab die hierfür notwendige Dokumentation jährlich rund 88.000 Auftragsdatenblätter, deren Auffindbarkeit bei Erfüllung der Nachweispflicht und deren Archivierung sehr schwierig war. Da die Auftragsdaten in EDV-Systemen nachträglich manuell eingepflegt werden mussten, entstanden durch diesen Medienbruch umfangreiche Fehlerquellen. Außerdem konnten an den oft nur sehr eingeschränkt zugänglichen Wartungsobjekten keine Informationen über durchgeführte Wartungen abgelegt werden. Deshalb konnte man nicht in jedem Fall nachweisen, dass die Wartungen ordnungsgemäß durchgeführt worden waren.
Nun wird direkt bei der Wartung vor Ort der Ausweis des Wartungsarbeiters über RFID erfasst. Der Wartungsarbeiter erhält über ein Handheld seine Auftragsdaten angezeigt. Die Auftragsabarbeitung wird protokolliert und mobil zurückgemeldet. Auch die Abrechnung erfolgt über die RFID-Ausweiszuordnung. Damit können die Aufträge direkt eingeordnet werden. Es genügt dabei, alle Daten einmalig zu erfassen -- etwaige Datenverluste per Medienbruch seien ausgeschlossen. Der Nachweis für eine Wartung wird ebenfalls per RFID geführt. So kann eine Wartung erst durchgeführt werden, nachdem der RFID-Tag eingelesen wurde.
Roland Krieg zeigte sich zufrieden: "Wir können Wartungsarbeiten jetzt nachweisbar machen und sehen, ob ein Fremdtechniker eine bestimmte Klappe tatsächlich in der geforderten Form inspiziert hat." Mit der Automatisierung des Prozesses konnte Fraport die Instandhaltungskosten sowie die administrativen Tätigkeiten des technischen Personals reduzieren. Außerdem sind die Wartungsarbeiten nun nachweisbar. Im Laufe des Jahres sollen auch die 20.000 Brandschutztüren, 700 Kanalrauchmelder und weitere Anlagen mit brandschutzrechtlichen Vorschriften aufgerüstet werden. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (jk)