Optimistische Töne einen Monat vor der CeBIT 2005
Die diesjährige Neuheitenshow auf dem hannoverschen Messegelände soll nach dem Willen des Veranstalters vor allem besucherfreundlicher werden. Anwendungsorientierung, Transparenz und Übersichtlichkeit hat sie sich auf die Fahnen geschrieben.
Die Deutsche Messe AG hat sich für die diesjährige CeBIT in Hannover einiges vorgenommen: Die Veranstaltung vom 10. bis 16. März soll besucherfreundlicher werden – "anwendungsorientiert, transparent und übersichtlich", heißt es beim Veranstalter. Dabei komme den Konzepten für die Vernetzung einzelner Produkte eine besondere Bedeutung zu. Die entsprechenden Themenbereiche der Messe heißen "Business Processes", "Communications" (Telefonie und Netzwerke) sowie "Digital Equipment and Systems" (Computer und Unterhaltungselektronik).
Optimistisch blickt auch der Branchenverband Bitkom nach Hannover: Dem Verband mit Sitz in Berlin zufolge erwarten mehr als 60 Prozent der Unternehmen aus der IT- und Telekommunikationssparte für dieses Jahr Umsatzzuwächse. Es sei bereits ein Aufwärtstrend zu verzeichnen.
Nach Absagen einiger Hersteller, zum Beispiel Philips, bekennen sich andere Branchenriesen betont zur CeBIT: "Es werden sicherlich mehr Mitarbeiter dabei sein als im vergangenen Jahr", sagt Thomas Baumgärtner, Sprecher bei Microsoft Deutschland in Unterschleißheim bei München. Mehr als 200 "Microsoftler" sollen auf insgesamt drei Ständen das Unternehmen vertreten. Die Verbraucherprodukte präsentiert Microsoft in Halle 2.
Sharp wird nach Aussage von Pressesprecher Martin Beckmann in Hamburg mit rund 300 Mitarbeitern und einem 2000 Quadratmeter großen Stand in Hannover vertreten sein. Für den japanischen Hersteller liegt laut Beckmann ein Schwerpunkt bei den Handys: "Da tut sich eine Menge – vor allem bei den Displays."
"Für den Verbraucher ist die CeBIT unter anderem wegen des Themas UMTS interessant", schätzt Bitkom-Sprecher Volker Müller. Die Hersteller werden eine Reihe von neuen Geräten zeigen. Technische Revolutionen könnten Endkunden von der diesjährigen CeBIT jedoch nicht erwarten. "Vor allem bei den PCs ist derzeit eher eine Evolution zugange", sagt Müller. Hier spielt die Mobilität weiterhin eine wichtige Rolle. Das lasse sich auch an den für dieses Jahr erwarteten Absatzzahlen erkennen: Von 9,4 Millionen in Deutschland verkauften Computern sollen 4,4 Millionen Notebooks sein. Da kommt Intel mit der neuesten Generation seiner Centrino-Plattform für mobile Rechner gerade rechtzeitig.
Dass die Grenzen zwischen Informationstechnologie (IT) und Unterhaltungselektronik zunehmend verschwimmen, zeigt die CeBIT – früher eine reine IT-Messe – deutlich: Hitachi zum Beispiel präsentiert eine Reihe neuer DVD-Festplatten-Rekorder, die Werbeblöcke automatisch erkennen und bei der Wiedergabe ausblenden. Panasonic hat neue Camcorder mit separaten Bildsensoren für die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau im Messegepäck.
Und auch die Fans von LCD-Fernsehern kommen auf ihre Kosten: Sharp wird voraussichtlich erstmals in Europa ein Gerät mit einer Bilddiagonalen von 165 Zentimetern vorstellen. "Auf den deutschen Markt kommt das Gerät aber frühestens Ende 2005", sagt Firmensprecher Beckmann.
Sony, mit 400 bis 450 Mitarbeitern in Hannover vertreten, wird eine Reihe neuer Flachbildfernseher zeigen, die den neuen hochauflösenden TV-Standard HDTV unterstützen. "HDTV ist ganz bestimmt ein wichtiges Thema", ist sich Sony-Sprecherin Myriam Hoffmann in Köln sicher. Aber auch neue Multimedia-PCs sowie Digitalkameras sollen am Stand von Sony zu sehen sein. (Sven Appel, dpa) / (ll)