Gamescom: Mit Vollgas unterwegs

Während nüchtern ausgelegte Motorsportsimulationen mit ihrer verschworenen Fangemeinde ein Nischendasein führen, begeistern Action-orientierte Rennspiele mit abwechslungsreichen Umgebungen in zunehmendem Maße Durchschnittsnutzer an Computern und Konsolen.

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Von
  • Nico Nowarra

Simulierte Renner gab es auf der Gamescom allerorten - hier etwa am Stand des Peripherieherstellers Thrustmaster.

Über verschneite Berge oder quer durch belebte Innenstädte: Aktuelle Rennspiele für den Massenmarkt bieten viel Action und Abwechslung. Dabei lässt die detailreiche Grafik Fahrzeuge und Umgebungen wirklichkeitsnah erscheinen. Auf vorbildgetreues Brems- und Kurvenverhalten, modellgemäße Beschleunigung und andere technische Eigenschaften, die für rein motorsportlich orientierte Simulationen das A und O darstellen, wird allgemein weniger Wert gelegt: Wenn ein Rennspiel allzu nüchtern und realistisch daherkommt, macht es Gelegenheitsspielern keinen Spaß.

Verfolgungsjagden, eine motivierende Hintergrundstory, visuell beeindruckende Traumwagen und das Spiel mit Licht, Schatten und Wettereffekten – das alles bildet den Stoff, aus dem massentaugliche Rennspiele sind. Das Genre bringt ebenso wie das der First-Person-Shooter traditionell Titel hervor, die auch anspruchsvolle Grafikhardware gut beschäftigen. Auf der diesjährigen Kölner Gamescom zeigten zahllose bunte Rennwagen-Cockpits und allerorten lautes Motorengeheul, dass virtuelles Gasgeben bei Publishern und Spielefans weiterhin hoch im Kurs steht. Eine kleine Nachlese zeigt zwei herausragende Beispiele der präsentierten Rennspieltitel.

Rund 4600 Kilometer gilt es bei Need for Speed – The Run zurückzulegen. Das Ziel besteht darin, ein illegales Straßenrennen von San Francisco nach New York zu gewinnen. Wenn das dem Spielhelden nicht gelingt, hat sein letztes Stündlein geschlagen. Regeln gibt es auf dieser Wahnsinnsfahrt nicht – es empfiehlt sich aber, sich nicht von der Polizei erwischen zu lassen.

Need for Speed - the Run: Quer durch die USA geht die rasende Jagd um Leben und Tod.

Die diesjährige Fortsetzung von Electronic Arts' Need-for-Speed-Reihe (NfS) möchte die Spieler vor allem mit einer gut erzählten Geschichte motivieren. Trotzdem dürften auch diesmal die Autos die eigentlichen Stars sein: Luxussportwagen und hochgetunte Traumautos stehen zur Auswahl. Die Strecken, über die man fährt, haben es in sich. In den Bergen gerät der Spieler mitten in eine Schneesprengung. Gezielt werden Lawinen ausgelöst, um so Unfälle zu vermeiden – dumm nur, dass genau während solcher Sprengungen das Rennen stattfindet. Man muss also nicht nur den gegnerischen Fahrer einholen, sondern gleichzeitig Schnee und Gesteinsbrocken ausweichen, die auf die Fahrbahn krachen. Aber auch Wüsten und Straßenschluchten bilden beeindruckende Kulissen für die wilde Jagd.

Ridge Racer Unbounded: Der Spieler hinterlässt mit seinem Wagen eine Spur der Verwüstung.

Ridge Racer – Unbounded vom finnischen Softwarehaus Bugbear bietet zwar deutlich weniger Auswahl bei den Schauplätzen, dafür kann das Spiel mit anderen Besonderheiten aufwarten: Der Spieler darf sich in einer völlig überkandidelten Zerstörungsorgie betätigen. Sein Ziel besteht zwar auch hier darin, als erster das Rennen zu beenden. Dabei darf er jedoch fleißig Laternen umlegen oder sogar Betonpfeiler einreißen. Mit solchen Manövern sammelt er Energie, die es ihm erlaubt, besonders spektakuläre Aktionen einzuleiten. Auf Knopfdruck kracht er dann durch Mauern, verwandelt Treppen in Rampen und kürzt damit seinen Weg erheblich ab.

Es wird ausschließlich durch Städte gerast, was aber dank Gegenverkehr alles andere als langweilig ist. Ein besonderer Clou ist ein Baukasten, mit dem man eigene Rennstrecken zusammenbasteln kann. Statt jeden Meter Fahrbahn selbst planen zu müssen, bekommt der Spieler Straßenblöcke zur Verfügung gestellt, wobei jeder rund 250 Meter hoch und breit ist. Die Blöcke passen wie Legosteine aneinander, man kann also keine völlig unbrauchbaren Ergebnisse produzieren. Die Entwickler gehen davon aus, dass selbst ein unerfahrener Spieler innerhalb von fünf Minuten eine eigene Strecke fertigstellen kann. (psz)