Messe AG: US-Geschäft mit Potenzial
Die Deutsche Messe AG, Veranstalter der CeBIT, will ihr Auslandsgeschäft weiter festigen und setzt u.a. auf Messen in den USA - acht Jahre nach der letzten CeBIT America in New York.
Mit dem Wiedereinstieg in den US-Markt will die Deutsche Messe AG ihr Auslandsgeschäft weiter festigen. Sorgen vor einem Absturz der amerikanischen Wirtschaft spielten dabei derzeit noch keine Rolle, sagte Auslandschef Andreas Gruchow im Gespräch mit dpa. "Obwohl es Anzeichen einer Krise gibt, wäre das für uns keinesfalls ein Argument, Veranstaltungen abzusagen oder zu verschieben", betonte der Messe-Manager in Hannover.
Der Konzern richtet im September 2012 die Werkzeugmaschinen-Messe "International Manufacturing Technology Show" (IMTS) sowie parallel dazu die "Industrial Automation North America" in Chicago aus – acht Jahre nach der zweiten und letzten CeBIT America in New York, die nicht die hohen Erwartungen erfüllen konnte. Über die gemeinsamen China-Aktivitäten sei die Zusammenarbeit mit US-Branchenverbänden im Maschinen- und Anlagenbau gut vorangekommen, berichtete Gruchow. "Die IMTS ist die führende Messe ihres Bereichs in Nordamerika. Und sie hat ein ähnliches Profil wie unsere Weltleitmesse EMO", sagte der Auslandsvorstand. Zu der Werkzeugmaschinen-Schau erwartet die Deutsche Messe AG vom 19. bis 24. September rund 2000 Aussteller.
Angesichts der Eintrübung der US-Konjunktur gab sich Gruchow gelassen. Zwar könne ein Abschwung auf die Budgets der Aussteller durchschlagen, meinte er. "Wenn man grundsätzliches Vertrauen in den Markt hat, ist es aber angemessen, eine neue Messe zu positionieren - gerade auch, um in Zeiten des Aufschwungs dort präsent zu sein." Auch jenseits des Atlantiks sei die Ausstellungsbranche eine besonders zyklische: "Man braucht ein bis eineinhalb Jahre Vorlauf." Die Vorbereitung der 2010 gestarteten Industriemesse in Moskau sei etwa noch in die Zeit der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 gefallen.
Die USA seien vor allem interessant, weil sich dort wegen des regionalen Zuschnitts nur wenige Großmessen mit Beteiligung fremder Anbieter etablierten. Zentraler Auslandsmarkt für die Hannoveraner bleibe jedoch China, sagte Gruchow: "Das Land hat für uns die größte Bedeutung - was Umsatz, Mitarbeiterzahl und Ergebnis angeht."
Nicht nur in Peking und Shanghai, auch in Städten wie Guangzhou, Chongqing, Chengdu und Jinan sei das Potenzial geplanter oder schon veranstalteter Auto-, Werkzeugmaschinen- und Touristikmessen enorm. "Sie können in China eine große, kontinentale Messe in Shanghai haben und trotzdem regionale Messen machen", meinte der Auslandschef.
Das Unternehmen plane aber auch, unter anderem in der Türkei, in Brasilien und in Indonesien zuzulegen. Zum Ende dieses Jahres will die Deutsche Messe AG in die schwarzen Zahlen zurückkehren - auch dank des wachsenden Auslandsgeschäfts. Das Plus soll über 15 Millionen Euro betragen, nach einem Fehlbetrag von rund 28 Millionen 2010. (jk)