Bericht: Telekom bündelt Glasfasernetz-Ausbau in eigener Gesellschaft
Die Telekom will die Vermarktung und den Ausbau ihres neuen Glasfaser-Zugangsnetzes (Fibre To The Home, FTTH) in einer eigenen Gesellschaft zusammenfassen, in der etwa 1500 Angestellte und ehemalige Auszubildende arbeiten sollen.
Die Telekom will Ausbau und Vermarktung ihres neuen Glasfaser-Zugangsnetzes (Fibre To The Home, FTTH) intern in einer eigenen Gesellschaft zusammenfassen, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Das Blatt beruft sich dabei auf Unternehmenskreise, die mit dem Vorgang vertraut seien. In dem als GmbH geplanten Unternehmen sollen etwa 1500 Menschen mit auf zwei Jahre befristeten Verträgen beschäftigt werden – vorrangig gerade fertig ausgebildete Mitarbeiter aus der Technik und dem Service, die das Unternehmen ansonsten nicht übernehmen könnte. Wie ein Telekom-Sprecher der FTD am Mittwoch bestätigte, werde diese Gesellschaft im Jahr 2012 erst einmal einige Hundert Mitarbeiter beschäftigen.
Das Unternehmen wolle bis zum Jahr 2013 rund 10 Milliarden Euro in den Festnetz- und Mobilfunkausbau stecken. Sollte sich die Nachfrage nach FTTH-Anschlüssen stabil entwickeln, könnten davon etwa 1,5 Milliarden Euro in das Glasfasernetz fließen. Derzeit baut das Unternehmen sein FTTH-Netz in Braunschweig, Brühl, Hannover, Hennigsdorf, Neu-Isenburg, Kornwestheim, Mettmann, Offenburg, Potsdam und Rastatt aus – allerdings nicht immer flächendeckend.
In Hannover etwa will man rund 45.000 Haushalte in den Stadtteilen Bult, Linden und Südstadt anbinden. Andere, weniger dicht besiedelte Bezirke sollen erst in den kommenden Jahren folgen. Gegenüber der FTD erklärte ein Telekom-Sprecher, dass das Unternehmen Gemeinden oder Stadtteile aber auch dann an das Glasfasernetz anschließen werde, wenn über Vorverträge genügend Interessenten zusammen kämen: "Wir brauchen eine akzeptable Vorvermarktungsquote, die Kooperation mit den Gemeinden und passende Rahmenbedingungen", zitiert die FTD den Firmen-Sprecher.
Im Unterschied zu VDSL (Fibre To The Curb) reicht die Glasfaser bei FTTH-Netzen bis in die Wohnung, ein aufwendiger Medienwechsel auf Kupferkabel am Straßenrand ist damit unnötig. Die Telekom setzt bei ihrem Glasfaserkabel-Netz auf ein Gigabit Passive Optical Network (GPON), mit dem sich Geschwindigkeiten von maximal 2,5 GBit/s in beiden Richtungen erreichen lassen. Die FTTH-Tarife der Telekom starten bei 55 Euro im Monat (Call & Surf Comfort Fiber 100 IP mit 100 MBit/s Downstream und 50 MBit/s Upstream). (rek)