Neue Eigentumsverhältnisse bei der Netbank
Die Landesbank Berlin AG (LBB) hat eine strategische Mehrheitsbeteiligung in Höhe von 75 Prozent minus einer Aktie an der NetBank AG erworben.
Die Landesbank Berlin AG (LBB) hat rückwirkend zum 1. Januar 2007 eine strategische Mehrheitsbeteiligung in Höhe von 75 Prozent minus 1 Aktie an der Hamburger NetBank AG erworben. Die restlichen 25 Prozent verbleiben in der Hauptsache bei einigen Sparda-Banken, die auch technisch mit der Netbank verbandelt sind. Unter anderem betreibt die Sparda-Bank Hamburg für die NetBank AG das Back-Office.
Die Netbank besteht seit 1999 und war die erste ausschließlich online erreichbare Vollbank in Deutschland. Sie betreut heute nach eigener Aussage rund 80.000 Privatkunden. Die Landesbank Berlin gilt als Marktführer im Kreditkartengeschäft und nennt sich den größten Emittenten von VISA- und Mastercard-Kreditkarten.
Über Einzelheiten der Transaktion und über den Kaufpreis haben die Vertragspartner Vertraulichkeit vereinbart. Doch fühlt sich die Netbank nicht als aufgekauft, sondern nennt die LBB ihren "strategischen Wunschpartner". Und zwar sagt dies der Aufsichtsratsvorsitzende der NetBank AG, Dr. Heinz Wings, im Zusammenhang damit, die LBB sei "marktführendes Institut im Kreditkartengeschäft".
Das wird vor dem Hintergrund verständlich, dass Online-Banken immer das Problem haben, wie sie ihren Kunden Bargeld zur Verfügung stellen sollen. Denn welcher Kunde möchte schon die horrenden Gebühren für das Abheben an fremden Geldautomaten zahlen. Während einige Direktbanken sich den bestehenden Geldautomaten-Pools anschließen – was für die Bank recht teuer ist –, lassen andere ihre Kunden das Geld per Kreditkarte an dafür geeigneten Automaten abheben und übernehmen die dafür anfallende Gebühr. Das kommt immerhin um einiges günstiger als der Anschluss an einen Automatenverbund von Banken wie zum Beispiel der Cash-Group.
Nun kann die Netbank mit der LBB zusammenarbeiten und könnte dadurch auf eine Basis von rund 1500 Geldautomaten zurückgreifen. Bei der LBB heißt es: "In der künftigen Zusammenarbeit wird sie [die Netbank] die Aktivitäten der Landesbank Berlin als größter Kreditkartenemittent sinnvoll ergänzen und gezielt auf weitere Direktbankprodukte ausdehnen". Also erwartet wohl auch die LBB durch die Kooperation eine Erweiterung ihrer Dienstleistungen, ohne dafür die nötige Infrastruktur selbst schaffen zu müssen. (bb)