Grafikkarten: Punktuelle Verknappung im Highend

Highend-Grafikkarten entwickeln sich zum Umsatzträger, aber auch günstige Einsteiger-Boards verkaufen sich noch sehr gut. Deren Ablösung durch integrierte Chipsätze steht jedoch bevor. Knapp sind derzeit nur Nvidia-590 und AMD-6970/6990.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Karl Fröhlich

In der KW 34 ist die Gainward Geforce GTX 580 Phantom (456,37 Euro brutto) im heise resale Preisradar die meistgesuchte Grafikkarte.

(Bild: Gainward)

Mit dem Geschäftsverlauf bei Grafikkarten im ersten Halbjahr ist die deutsche Distribution durchaus zufrieden. Speziell von März bis Juni haben auch die weltweiten Absatzzahlen für Grafikchips zugelegt. Laut Jon Peddie Research (JPR) im zweiten Quartal 2011 ein Stückzahlenwachstum von 6,3 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres zu verzeichnen.

"Für das erste Halbjahr können wir im Durchschnitt ein wirklich positives Resümee ziehen", bestätigt auch Peter Zorn, Leiter Einkauf bei b.com Computer. "Das erste Quartal war im Plan, das zweite ein klein wenig dahinter, da es hin und wieder an der Verfügbarkeit gehapert hat. Die Preise blieben stabil und hinsichtlich des Absatzes hatten einerseits die kleinen sowie die besonders leistungsstarken großen Grafikkarten die Nase vorn."

Im Q2-2011 wurden laut Jon Peddie Research 140 Millionen Grafikchips verkauft, 22 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum.

"Am besten verkaufen sich derzeit Produkte mit den AMD-Chips HD5450, HD6670 und HD4350", erklärt Reinhard Daners, Business Unit Manager Components bei Actebis Peacock. "Bei Karten mit Nvidia-Chips stehen GT520, GT210, GT550 und GT440 ganz vorne in der Käufergunst." Auch die 8400er-Serie verkaufe sich noch gut, bei diesem Typ müsse der Handel aber mit einem baldigen End-of-Life rechnen.

"Wir verzeichnen aktuell eine sehr gute Nachfrage", beschreibt auch Florian Gerken, Senior Manager Components bei Ingram Micro Distribution, die momentane Marktlage. "Mit Ausnahme der Produkte Nvidia 590 und AMD 6970/6990 gibt es keine Verfügbarkeitsprobleme und auch die Preise sind stabil." Als Highrunner können nach Gerkens Einschätzung die Grafikkarten Nvidia 8400GS und GTX 560TI sowie AMD HD5450/HD6870 angesehen werden.

Das spezielle Interesse an Highend- sowie Einsteiger-Modellen zeigt sich auch im aktuellen Ranking des heise resale Preisradar. Hier belegen zwei leistungsstarke GTX-580-Karten die vorderen beiden Plätze: Gainward GTX 580 Phantom (456,37 Euro brutto) und EVGA GTX 580 FTW Hydro Copper (587,46 Euro brutto), gefolgt von den günstigen AMD-basierten Boards Sapphire Radeon HD 5670 Low Profile (64,99 Euro brutto) und HIS Radeon HD 6570 Silence (54,69 Euro brutto). Der durchschnittliche Angebotspreis im Onlinehandel liegt in der KW 34 bei 128,29 Euro brutto. Gegenüber der Vorwoche entspricht dies einer Steigerung von 14 Prozent. Anfang März lag der VK allerdings noch rund 37 Prozent höher. Insgesamt bilden die Verkaufspreise der zehn meistgesuchten Grafikkarten zwischen brutto zirka 52 und 578 Euro, einen guten Querschnitt des gesamten Segments ab.

Mehr Infos

Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:

Actebis Peacock
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ecom GmbH
Ingram Micro GmbH

"Wir erwarten in den nächsten Wochen ein relativ stabiles Geschäft", erklärt Stefan Illing, Produktmanager VGA im Einkauf bei Devil. "Punktuelle Verknappungen sind zum Jahresende eventuell im Highend-Segment möglich. Das Grafikkarten-Geschäft ist zunehmend von der Konkurrenz durch integrierte Grafiklösungen geprägt, die vor allem den Entry- und Mainstream-Bereich diskreter Grafikkarten erobern. Dementsprechend verschieben sich in diesem Bereich die Marktanteile." Highend-Grafikkarten seien davon jedoch nicht betroffen. Gamer und Enthusiasten setzen unverändert auf diskrete Grafik. (map)