Dr. Browser: das Netz als Gesundheitsratgeber
Mit 28 Millionen Ratsuchenden liegen deutsche Webnutzer deutlich über dem europäischen Durchschnitt, wenn es darum geht, das Internet bei kleinen oder großen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu befragen.
- Wolfgang Möhle
Der deutsche ITK-Lobby-Verband BITKOM meldet, dass sich 60 Prozent der deutschen Internetnutzer im Netz über Krankheiten, Verletzungen oder gesunde Ernährung informieren. Das seien 10 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Die Basis der Zahlen geht auf die europäische
Statistikbehörde Eurostat zurück. Es bleibt aber nicht bei der reinen Informationssammlung: Fast jeder sechste Webanwender über 14 Jahre hat bereits Medikamente online gekauft. Damit haben bereits 9 Millionen Deutsche frei verkäufliche oder apotheken- und verschreibungspflichtige Arzneimittel im Web erworben. Vor einem Jahr waren es erst 7 Millionen Kunden.
Der BITKOM weist darauf hin, dass Webanwender bei den quantitativ zunehmenden Gesundheitsportalen Zurückhaltung üben sollten. Zeichen für Seriosität sind unter anderem ein ausführliches Impressum und eine Datenschutzerklärung. Auch sollte deutlich werden, wer fachlich für die medizinischen Informationen verantwortlich ist. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bietet zu diesem Thema eine Checkliste (PDF) mit weiteren Hinweisen an. Entsprechende Metainformationen gibt es beispielsweise auch für Kliniken. Ein Portal der Bertelsmann-Stiftung gibt Hilfestellung für gesetzlich Versicherte, einen ähnlichen Service liefert eine gemeinsame Initiative der Privatkliniken.
(wm)