Merck übernimmt OLED- und Polymerelektronik-Geschäft von Avecia

Für 50 Millionen Euro kauft der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern der britischen Avecia das Geschäft mit organischen lichtemittierenden Materialien sowie Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Polymerelektronik ab.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck übernimmt von der britischen Avecia das Geschäft mit organischen lichtemittierenden Materialien (OLED) sowie Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Polymerelektronik. Im Mittelpunkt der Transaktion stehe die in Frankfurt am Main ansässige Covion Organic Semiconductors GmbH, teilte die Merck KGaA am Dienstag in Darmstadt mit. Convion konzentriert sich auf die Entwicklung künftiger Anwendungen für OLEDs und stellt bereits OLED-Materialien für den kommerziellen Einsatz her. Das Unternehmen geht auf ein Projekt der früheren Hoechst AG zurück und wurde 1999 als Joint Venture zwischen der damaligen Aventis Research & Technologies und Avecia etabliert. Seit 2002 befindet sich Covion im alleinigen Besitz von Avecia. Der OLED-Spezialist hat den Angaben zufolge 2004 einen Umsatz von rund 8 Millionen Euro erzielt.

Darüber hinaus übernimmt der Konzern von Avecia eine Forschungs- und Entwicklungseinheit auf dem Gebiet der Polymerelektronik, die in Manchester angesiedelt ist. Die Polymerelektronik spiele eine zunehmend wichtigere Rolle bei Hightech-Anwendungen wie Solarzellen oder Funkchips (RFIDs), teilte Merck weiter mit. Nach Abschluss der Transaktion, deren Volumen mit 50 Millionen Euro angegeben wird, sollen rund 100 Mitarbeiter zu Merck wechseln und dort in die Sparte Flüssigkristalle integriert werden. Merck ist nach eigenen Angaben der führende Hersteller von Flüssigkristallen für Flachbildschirme, die in LCD-Fernsehern, Computermonitoren, Notebooks und Mobiltelefonen eingesetzt werden. Im dritten Quartal 2004 erwirtschaftete Merck mit Flüssigkristallen einen Umsatz von 142 Millionen Euro; der Gesamtumsatz des Konzerns lag bei 1,353 Milliarden Euro. (pmz)