Google sponsert freie Tickets zur IETF

Das von der Internet Society gestartete Förderprogramm soll mehr Ingenieure aus Entwicklungsländern zu den Treffen der zentralen Standardisierungsorganisation für Internet-Protokolle bringen.

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Von
  • Monika Ermert

Der Suchmaschinenprimus Google ist der erste Sponsor von Teilnahmestipendien für die Treffen der Internet Engineering Task Force (IETF). Das von der Internet Society gestartete Förderprogramm soll mehr Ingenieure aus Entwicklungsländern zu den Treffen der zentralen Standardisierungsorganisation für Internet-Protokolle bringen. Aktuell kommen nur wenige der häufig über 1000 IETF-Konferenz-Teilnehmer aus Entwicklungsländern, schreibt die ISOC in der Programmbeschreibung, und dies trotz der wachsenden Zahl von Experten auch in diesen Ländern.

Der Einrichtung als dauerhaftem Stipendienprogramm war ein von der ISOC gestarteter Test im vergangenen Jahr vorausgegangen, der insgesamt fünf Entwickler aus Afrika, Lateinamerika und dem pazifischen Raum zu den IETF-Konferenzen in Montreal gebracht hatte. Aktuell vergibt die ISOC gerade jeweils fünf Stipendien für die IETF-Treffen in Prag (im März) und in Chicago (im Juli).

Bewerber fĂĽr das Reisestipendium, das Flug-, Hotelkosten und KonferenzgebĂĽhren ĂĽbernimmt, mĂĽssen ihre technische Qualifikation und ihre technischen Interessen dokumentieren. AuĂźerdem sollen sie sich verpflichten, die IETF-Erfahrungen anschlieĂźend innerhalb ihrer regionalen Netzwerke weiterzugeben. Nicht bewerben kann sich, wer schon einmal bei einer IETF-Tagung teilgenommen hat.

Wie genau über die Vergabe der Stipendien entschieden wird, bleibt das Geheimnis eines eigens für die Auswahl eingesetzten Gremiums von IETF-Experten. Man erwarte einen beträchtlichen Wettbewerb um die Stipendien, heißt es bei der ISOC. Bei der Bewerbung punkten kann zum Beispiel auch, wer bereits online in einer IETF-Arbeitsgruppe mitarbeitet oder sich anderweitig erfolglos um die Finanzierung einer Reise zur IETF bemüht hat.

Vint Cerf, Mitentwickler von TCP/IP und "Chief Internet Evangelist" bei Google, begrüßte das Programm. Offene Standards seien für Google von großer Bedeutung, und man trage gern dazu bei, dass Entwickler zu den Treffen kommen könnten, denen andernfalls die Teilnahme unmöglich sei. ISOC-Chefin Lynn St. Amour hofft, dass weitere Unternehmen sich als Stipendiengeber betätigen. (Monika Ermert) / (jk)